In 489 Meter Höhe thront die Burg Alt-Eberstein auf einem Burgsporn über der Stadt Baden-Baden. Der 18 Meter hohe Bergfried ist weithin sichtbar. Moose, Sträucher und Gebüsch verleihen der Anlage ein malerisches Aussehen.
Die Burganlage liegt auf einer strategisch günstigen Bergkuppe an einem steil abfallenden Felsen, der natürlichen Schutz bietet. Die für Angriffe offene Seite deckt eine alte um 1100 errichtete Schildmauer ab, die den ältesten Teil der Anlage bildet. Das wichtigste Wohngebäude war der nördlich des quadratischen Burghofs erbaute Palas, der heute nicht mehr zugänglich ist.
In den historischen Quellen findet die Burg als Castrum Eberstein erstmals im Jahr 1197 Erwähnung. Sie gehörte ursprünglich zum Besitz der wohlhabenden Grafen von Eberstein, ging aber im 13. Jahrhundert als Mitgift und durch Verkauf an die Markgrafen von Baden. Diese erweiterten die Burg und nutzten sie teilweise als Residenz. 1434 diente die Burg auch als Gefängnis. Jakob I. von Baden internierte hier seine Schwester Agnes I., die auf der Burg erblindet verstarb. Grund dafür waren Erbstreitigkeiten, die im Zuge des sogenannten „Zwillingssturzes von Gottorf“ entstanden sind.
Im Lauf der Jahrhunderte verlor die Burg an Bedeutung und blieb unbewohnt. Erst im 19. Jahrhundert setzten im Zuge der aufkommenden Ruinenromantik konservatorische und sicherheitstechnische Maßnahmen ein. Von dem auf die Schildmauer aufgesetzten Bergfried aus öffnet sich ein grandioser Blick auf die gesamte Burganlage, den Schwarzwald und die Rheinebene bis hin zu den Vogesen. Der unter Denkmalschutz gestellte Fels und die traumhafte Umgebung laden nach dem Besuch zu einem Spaziergang in der schönen Landschaft ein.


