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Dies und das

50 Jahre Waghäusel

In diesem Jahr wird die 50-jährige Fusion von Kirrlach, Wiesental und Waghäusel gefeiert. Man kann aus diesem Anlass die Frage in den Raum stellen, ob...
Die Fusion der drei Gemeinden begann faktisch mit der Überschreitung der alten Grenzlinien (ehemalige ausgedehnte Sumpfstreifen, später trockengelegt) durch Erschließung und Besiedlung der Landzunge zwischen den dann kanalisierten Wassergräben (rote Linien im Bild für den Wagbach und den Duttlacher Graben)Foto: HV

In diesem Jahr wird die 50-jährige Fusion von Kirrlach, Wiesental und Waghäusel gefeiert. Man kann aus diesem Anlass die Frage in den Raum stellen, ob denn eine Kooperation schon früher möglich gewesen wäre. Die Antwort hängt vom Zeitraum ab. Wer an die Zeit vor dem 30-jährigen Krieg denkt, also 400 und mehr Jahre zurückblickt, der kommt schnell zur Antwort, dass die Gemeinden geologisch auf unterschiedlichen Landzungen liegen. Die Landgräben des Wagbachs und des Duttlacher Grabens waren vor langer Zeit noch in ihrer natürlichen Form, also noch nicht ins Gelände künstlich eingegraben worden. Beide Bäche eint, dass sie eigentlich ein sehr breites natürliches Bachbett haben, welches nicht vom Wasser vertieft wurde, sondern geologisch durch unterschiedlich starke Absenkungen im Gelände entstanden sind. Unser Oberrheingraben ist im wissenschaftlichen Sinn auch kein Tal, auch wenn wir vom Rheintal sprechen. Täler werden von Flüssen ausgewaschen oder von Gletschern ausgeschabt. So ist der Oberrheingraben nicht entstanden. Der Rhein ist viel jünger als der Beginn der Grabenbildung. Der Rhein hat keinen Einfluss auf die Absenkung der Erdkruste. Ebenso sind die heute noch gut sichtbaren Absenkungen, in denen der Wagbach und der Duttlacher Graben verlaufen, nicht durch die Bäche ausgewaschen worden. Die heutigen Bäche waren lange reine Grundwasserbäche und brauchten daher auch keine Dämme. Sie starteten „einfach so“ im Lußhardt.

Es gilt:

  • Kirrlach liegt auf einer Landzunge und wurde bis in die jüngste Vergangenheit (hier ca. 200 Jahre) im Süden durch den Duttlacher Graben begrenzt.
  • Wiesental liegt ebenfalls auf einer Landzunge und wurde im Norden durch den Wagbach begrenzt.
  • Das Gebiet zwischen den beiden ausgedehnten und kilometerlangen Senkungsgräben war lange weder Gemeindegebiet Wiesental noch Gemeindegebiet Kirrlach

Natürliche Wege zwischen Kirrlach und Wiesental gab es nicht. Ideal für den fürstbischöflichen Wald, der später durch Ausbau zu Waghäusel wurde.

Erscheinung
Mitteilungsblatt der Stadt Waghäusel
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Ausgabe 29/2025
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