In diesem Jahr wird die 50-jährige Fusion von Kirrlach, Wiesental und Waghäusel gefeiert. Man kann aus diesem Anlass die Frage in den Raum stellen, ob denn eine Kooperation schon früher möglich gewesen wäre. Die Antwort hängt vom Zeitraum ab. Wer an die Zeit vor dem 30-jährigen Krieg denkt, also 400 und mehr Jahre zurückblickt, der kommt schnell zur Antwort, dass die Gemeinden geologisch auf unterschiedlichen Landzungen liegen. Die Landgräben des Wagbachs und des Duttlacher Grabens waren vor langer Zeit noch in ihrer natürlichen Form, also noch nicht ins Gelände künstlich eingegraben worden. Beide Bäche eint, dass sie eigentlich ein sehr breites natürliches Bachbett haben, welches nicht vom Wasser vertieft wurde, sondern geologisch durch unterschiedlich starke Absenkungen im Gelände entstanden sind. Unser Oberrheingraben ist im wissenschaftlichen Sinn auch kein Tal, auch wenn wir vom Rheintal sprechen. Täler werden von Flüssen ausgewaschen oder von Gletschern ausgeschabt. So ist der Oberrheingraben nicht entstanden. Der Rhein ist viel jünger als der Beginn der Grabenbildung. Der Rhein hat keinen Einfluss auf die Absenkung der Erdkruste. Ebenso sind die heute noch gut sichtbaren Absenkungen, in denen der Wagbach und der Duttlacher Graben verlaufen, nicht durch die Bäche ausgewaschen worden. Die heutigen Bäche waren lange reine Grundwasserbäche und brauchten daher auch keine Dämme. Sie starteten „einfach so“ im Lußhardt.
Es gilt:
Natürliche Wege zwischen Kirrlach und Wiesental gab es nicht. Ideal für den fürstbischöflichen Wald, der später durch Ausbau zu Waghäusel wurde.


