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Im Duo mit Marialy Pacheco

Bruchsal: Gänsehautmomente mit Max Mutzke bei Jazz-Nights

Stimmgewaltig und emotional, mit musikalischer Strahlkraft präsentierten sich Max Mutzke und Marialy Pacheco bei den 1. Bruchsaler Jazz-Nights.
ein Sänger mit Hut am Mikrofon, eine Frau am Klavier
Marialy Pacheco & Max Mutzke begeistern und lieferten ein grandioses Konzerterlebnis bei den 1. Bruchsaler JazzNights.Foto: of

Nach dem großartigen Erfolg des Landesjazzfestivals im März 2025 wurde in diesen Tagen das Bruchsaler Bürgerzentrum erneut zur ersten Adresse für Musikliebhaber dieses Genres. Nachdem die fünfköpfige französische Soul- und Funk-Formation „Electro Deluxe“ mit ihrem charismatischen Frontmann James Copley am ersten Tag die rund 750 Besucher von den Sitzen riss und am Folgetag das Jeff Cascaro-Quartett ein besonderes Jazz-Erlebnis mit bluesiger Grundfärbung bot, zeigte der nach Meinung vieler Zeitgenossen beste, deutsche Soulsänger Max Mutzke in der Barockstadt einmal mehr seine ganze Klasse.

Bereits im Vorjahr hatte der Hutträger zusammen mit der SWR-Big Band im Rahmen des Landesjazzfestivals im Bürgerzentrum Bruchsal die Besucher begeistert, jetzt setzte der 44-jährige Musiker aus dem Schwarzwald zusammen mit der in der kubanischen Hauptstadt Havanna geborenen Jazzpianistin und Komponistin Marialy Pacheco (43) einmal mehr Akzente. Pacheco verbindet ihre Wurzeln mit einem ganz eigenen, modernen Jazzsound, agiert auf der Bühne am Steinway-Flügel virtuos, leidenschaftlich und voller Feuer. Das besondere Duo bot dabei eine Fusion aus traditioneller, kubanischen Rhythmik und internationalem Jazz mit deutschsprachigen Liedern. Während Marialy Pacheco hierzulande eher als Geheimtipp gilt, ist Max Mutzke (aktuelles Album „XX“ aus dem Jahr 2024) eine große Nummer und spätestens seit 2004, als er bei Stefan Raab's TV-Casting-Show „Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“ mit dem Song „Can't Wait Until Tonight“ den Durchbruch schaffte, einer breitem Mehrheit bekannt.

Gelungener Auftritt trotz Erkältung

Beim gefeierten Konzert in Bruchsal setzte er einmal mehr Maßstäbe in Sachen Live-Performance, obwohl er nach dem Soundcheck plötzlich Angst um seine Stimme hatte, wie er berichtete. Eine Erkältung hatte ihn erwischt. Die emotionale Konzertreise startete mit „Du und ich“, „Welt hinter Glas“ und „Gute Geschichten“ und Geschichtenerzähler Max Mutzke hatte ebensolche auf Lager, spannte auch den Bogen zu den Krisen rund um den Globus, verbreitete Optimismus mit der Aussage „Wir wollen hier und heute kurze Zeit vergessen, was gerade weltweit passiert“. Auch die weiteren Lieder „Nimmst du mich in den Arm“, „Glaubst du mir jetzt“ oder das wunderschöne „Unsere Nacht“ erzeugten Gänsehaut im Auditorium, vor allem auch, als der stimmgewaltige Bruchsal-Chor den Oh, Oh, Oh-Refrain mitsang und die beiden Bühnenkünstler fast sprachlos machte.

Die inzwischen seit 2013 in Deutschland lebende Marialy Pacheco (aktuelles Album „Reload“), die 2012 als erste Frau den Wettbewerb „Montreux Jazz-Festival“ gewann, hatte zuvor ausführlich ihre Lebensgeschichte erzählt und von ihrer langen Reise zu sich selbst berichtet. Auch Mutzke, der mit seiner Patchworkfamilie zwischen Schwarzwald und Köln pendelt, gab viele private Einblicke in sein aufregendes Leben und startete in das zweite Set mit den tiefgreifenden Songs „Wenn ich mal nicht mehr da bin“, „Regen als Applaus“ und „Beste Idee“. Nach über zwei Stunden Staunen und Lachen dankte das Publikum mit stehenden Ovationen und eine stürmisch geforderte Zugabe war beschlossene Sache.

Festivalstadt Bruchsal

BTMV-Chef Frank Kowalski, der eingangs zusammen mit Bruchsals Oberbürgermeister Sven Weigt die Gästeschar begrüßt hatte und mit seiner Philosophie und einem motivierten Team in der Vergangenheit Bruchsal bis weit über die Grenzen hinaus bekannt machte: „Wir haben erreicht, dass inzwischen auch Menschen aus Karlsruhe und Heidelberg zu unseren Events kommen und die breite Palette an Angeboten schätzen“. Bruchsal habe sich als Festivalstadt in den vergangenen Jahren einen guten Namen gemacht und in der regionalen Kulturszene einen festen Platz eingenommen. „Bruchsal hat sich als Festivalstadt etabliert, ist verkehrsgünstig gut zu erreichen und bietet stets etwas Besonderes“. Man bewege sich mit dem neuen Format kulturell auf höchstem Niveau. „Dies stellt einen wichtigen Baustein für das lokale Stadtmarketing dar“. Das Publikum habe jetzt bei den erstmals durchgeführten, ausverkauften Jazz-Nights gespürt, dass hier kein fertiges Produkt angeboten wird, sondern Musik mit Seele und Herz gemacht werde. (hjo)

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02.02.2026
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