Gemeinsam mit dem Förderverein des Frauen- und Kinderschutzhauses sowie der Integrationsbeauftragten des Neckar-Odenwald-Kreises präsentierte der Kinderschutzbund Neckar-Odenwald den Film „Hinter guten Türen“.
Der Kinosaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Filmemacherin und Schauspielerin Julia Beerhold war ebenfalls anwesend und stand nach der Vorführung für ein Publikumsgespräch bereit.
Nach kurzen Begrüßungsworten von Gabriela Fischer-Rosenfeld, Vorstand des Kinderschutzbundes, begann der Dokumentarfilm, in dem Julia Beerhold ihre Kindheitserlebnisse sowie die ihres Bruders aufarbeitet. Die Geschichte nimmt ihren Ausgangspunkt beim Ausräumen des elterlichen Hauses, welches schmerzhafte Erinnerungen wachrief. Mit Super-Acht-Filmen und alten Fotos ließ die Regisseurin die Zuschauer in eine Kindheit der 60er- und 70er-Jahre eintauchen. Neben liebenden Eltern, die ihre Kinder materiell förderten, zeigte der Film auch die dunklen Seiten: Schläge und Demütigungen, die häufig ohne wirklichen Grund erfolgten und tiefe Spuren hinterließen.
Der Film dokumentiert, wie Beerhold versucht, das Erlebte mit ihrer Mutter aufzuarbeiten. In respektvollen, aber beharrlichen Gesprächen thematisiert sie die Verletzungen der Vergangenheit. Die einfühlsamen Filmeinstellungen schaffen es, Emotionen hervorzurufen und gleichzeitig ein authentisches Bild der damals verbreiteten Erziehungsmethoden nachzuzeichnen.
Im anschließenden Publikumsgespräch lenkte Beerhold die Diskussion auf die positiven Aspekte der Vergangenheitsbewältigung. Sie berichtete, wie ihr eine gute Therapeutin und viel Zeit geholfen haben, mit den Erfahrungen umzugehen.
Zum Abschluss dankte Gabriela Fischer-Rosenfeld der Filmemacherin sowie den Kooperationspartnerinnen Ursula Heckmann und Annette Vogel-Hrustic, ohne deren finanzielle Unterstützung, wie Fischer-Rosenfeld unterstrich, der Abend nicht möglich gewesen wäre. (pm/red)