Die Schwestern Agnes Lepp (Gesang, Klavier) und Stephanie Lepp (Querflöte, Gesang) halten die Kompositionen ihres Vaters, der Vaihinger Musiklegende Gunter Lepp, am Leben. Der im Jahre 2021 im Alter von 71 Jahren überraschend verstorbene Gunter Lepp stammte eigentlich aus dem Kraichtaler Stadtteil Münzesheim.
Er war Gründungsmitglied der weithin bekannten Gruppe „The Markees“, die in den 70er Jahren bis weit über die Region hinaus in aller Munde und bei der auch die Brüder Vilko und Edo Zanki aus Karlsdorf feste Bandmitlieder waren. Ältere Mitmenschen erinnern sich an legendäre Konzerte in den 70er und 80er Jahren in der Kärcherhalle Weingarten, mit dem jungen Edo, der später als „Pate des deutschen Soul“ eine wahnsinnige Solo-Karriere hinlegte. Zusammen mit ihren musikalischen Partnern Filip Wisniewski (Jazz- und Acoustic-Gitarre, Backing Vocals) und Levan Andria (Cello, Acoustic-Gitarre, Backing-Vocals) stellten die Lepp-Sisters vor kurzer Zeit in außergewöhnlicher Besetzung als Quartett „Lepp Live“ alle Songs des vorzüglichen Albums „Still on My Mind“ mit den Kompositionen Gunter Lepps im Karlsdorfer Kangaroo-Tonstudio im kleinen Zuhörerkreis vor und interpretierten die Stücke auf überraschend frische Weise neu.
Neben dem ausdrucksstarken Solo-Gesang der mit einer glockenhellen Stimme gesegneten Agnes Lepp, wechselten sich vierstimmige Gesangpartien der virtuosen Musiker, jazzig-groovenden Improvisationen sowie gefühlvolle Balladen und Instrumentals ab und eröffneten die ganze Bandbreite an Emotionen, voller Lebensfreude und Tiefgang. Lust und Spielfreude in Wohnzimmer-Atmosphäre. So wie bei den Songs „Julio“, „Flying Home Again“ oder dem Album-Titel „Still on My Mind“, der in vielen Passagen an das legendäre US-Trio „Peter, Paul and Mary“ erinnert. Beim über 8-minütigen Song „Oriental Boy“ schaut auch Jethro Tull-Mastermind Ian Anderson um die Ecke und man stellt erstaunt fest, dass Stephanie Lepp die Querflöte nicht minder gut beherrscht.
Auch die weiteren Stücke „Man Oh Man“ oder „Believe (in You)“ werden von den Gästen stürmisch beklatscht, wobei auch Ton-Ingenieur Thomas Mark, der die Platte im Oktober 2025 im Kangaroo-Studio recorded und gemixt hatte, seinen Teil beitrug. Das bei „Brother-Records“ veröffentlichte Album ist im Handel oder über info@agneslepp.com erhältlich und hat das Zeug zum Deutschen Rock- & Pop-Preis.
Komponist, Sänger und Multi-Instrumentalist Gunter Lepp (der am Bruchsaler Justus-Knecht-Gymnasium sein Abitur ablegte) war 40 Jahre lang, von 1972 bis 2012, Musiklehrer an der Ferdinand-Steinbeis-Realschule in Vaihingen/Enz. Im Laufe der Zeit entstand ein reicher Fundus an über 300 eigenen Kompositionen. Aktuell hat Vilko Zanki, zusammen mit Melanie Greulich sowie Charlotte und Bianka Zanki, das Edo Zanki-Album „Here Comes The Night“ aus dem Jahre 1980, das damals in der Zigarrenfabrik Karlsdorf entstand, in einer schmucken „Tribute-Collection“-Metallbox mit tollem Booklet aufgelegt.
Die Serie umfasst insgesamt zwölf Alben (1972 bis 1995) und beinhaltet die kreative Phase des 2019 verstorbenen Künstlers, Songwriters und Musikers Edo Zanki aus Karlsdorf. Vilko Zanki: „Das Album ist geprägt von seiner Zeit und erzählt von Freundschaft und Aufbruch. Deutlich hörbar ist die Spielfreude der damaligen Band. Alles ist aus einem Guss und man möchte gar nicht mehr aufhören, diese Platte zu hören“. Tatsache ist, dass vor 46 Jahren die heutigen, langjährigen Grönemeyer-Musiker Armin Rühl aus Rettigheim (Drums), Norbert Hamm aus Heidelberg (Gitarre) und Alfred Kritzer aus Mannheim (Keyboards, Vocals) in der Zanki-Band am Start waren. (hjo)



