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Erzieher/-in

Kinder und Jugendliche beim Aufwachsen begleiten: Viele träumen davon, Erzieher/-in zu werden, doch was genau macht man in diesem Beruf?
Die Erzieherhin hilft beim GroßwerdenFoto: Choreograph/iStock/Thinkstock

Erzieher/innen betreuen und fördern Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie sind vor allem in der vorschulischen Erziehung, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Heimerziehung tätig. Die Ausbildung findet überwiegend schulisch statt.

Klare Ziele und ein offenes Ohr - nicht nur im öffentlichen Dienst

Ob in Krippe, Kindergarten oder Jugendheim - Kinder und Jugendliche benötigen Betreuung, Zuneigung und Beschäftigung. Erzieher/innen bemühen sich darum, die von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen in ihrer geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung zu unterstützen und zu selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Dabei berücksichtigen sie besonders auch die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Gruppen Gleichaltriger, z.B. im Kindergarten.

Auch als Erzieherin und Erzieher kann man auch gezielt Schwerpunkte bei der Ausbildung setzen beispielsweise als Jugend- und Heimerzieher/-in. Dabei übernimmt man nicht nur alle Aufgaben eines Erziehers, sondern ersetzt oftmals auch die Eltern, da die Kinder und Jugendlichen permanent in der Einrichtung leben. Ein Job mit viel Verantwortung!

Ist der Träger der Einrichtung kommunal bzw. öffentlich, arbeitet man auch als Erzieherin oder Erzieher im öffentlichen Dienst und erhält dementsprechende Benefits.

Als Erzieher Empathie ist gefragt

Erzieher/innen nehmen für die Kinder, Jugendlichen und ggf. jungen Erwachsenen eine Vorbildfunktion ein und agieren als Bezugsperson. Wenn sie Regeln für das soziale Miteinander aufstellen und einüben, Streit schlichten oder erklären, wie man mit Konflikten umgehen kann, folgen sie stets einem klar definierten, altersgerechten pädagogischen Auftrag. Gleichzeitig haben sie stets ein offenes Ohr für die Probleme und Sorgen ihrer Schützlinge. Dies erfordert Einfühlungsvermögen, aber auch starke Nerven, da z.B. Heranwachsende häufig emotional reagieren. Erzieher/innen fördern die Entwicklung der persönlichen Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So regen sie diese zu Sport und Spiel an, malen, musizieren, gestalten Bastelnachmittage, organisieren Ferienaufenthalte oder Feste.

Um diese Aktivitäten planen und organisieren zu können, beobachten die Erzieher/innen das Verhalten ihrer Schützlinge, etwa deren Motivation, Lernfortschritte und Sozialverhalten. Auf dieser Grundlage stellen sie Tages- oder Wochenpläne auf. Sie besprechen ihre Vorhaben mit der Gruppe, bereiten die Aktivitäten vor und stellen die Materialien für Arbeit, Lernen oder Spiel zusammen. Dabei tauschen sie sich auch mit anderen pädagogischen oder psychologischen Fachkräften aus, was gute Team- und Kommunikationsfähigkeit voraussetzt. Ebenso halten sie Kontakt zu Eltern, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Ämtern, z.B. dem Jugendamt.

Mit Kindern arbeiten: Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogische Assistenten

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts lernt man beispielsweise:

  • was man über den Einfluss von sozioökonomischen Bedingungen, kulturell und religiös bedingten, lebensweltlichen, sozialen und institutionellen Normen und Regeln auf das Verhalten und Erleben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wissen muss
  • wie man pädagogische Beziehungen zu Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestaltet
  • wie individuelle Entwicklungs- und Bildungsprozesse angeregt, unterstützt und gefördert werden können
  • was bei Gruppenaktivitäten und Gruppenarbeit zu beachten ist
  • wie man mit Eltern, Bezugspersonen und anderen Institutionen zusammenarbeitet
  • wie Konzepte und Prozesse im Team entwickelt und umgesetzt werden
  • was man über die rechtlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Institution wissen muss
  • wie man mit anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Fachdiensten und Bildungsinstitutionen kooperiert

Während der Aus- bzw. Weiterbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Religionslehre unterrichtet.

Praktika
Bei Praktika werden die theoretischen Inhalte in sozialpädagogischen Einrichtungen umgesetzt und angewendet. Die Schüler/innen sammeln Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsmethoden und gewinnen einen Überblick über Aufbau und Ablauforganisation der jeweiligen Einrichtung.

Zusatzkenntnisse
Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die den Erwerb der Fachhochschulreife bzw. der allgemeinen Hochschulreife ermöglichen.

Schwerpunkt/Fachrichtung

Erzieher/innen finden Beschäftigung in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst

  • in Kindergärten, Kinderkrippen und Horten
  • in Kinder-, Jugendwohn- und Erziehungsheimen
  • in Familienberatungs- und Suchtberatungsstellen
  • in Tagesstätten oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderung
  • in Erholungs- und Ferienheimen

Je nach Einrichtung und Alter ergeben sich andere Schwerpunkte in der Tätigkeit. Jüngere Kinder haben andere Bedürfnisse als Jugendliche, Ganztages-Kitas andere Bedingungen als Teilzeit-Betriebskindergärten usw.

Ausbildungsdauer

Vollzeit: 3 Jahre (ggf. einschließlich 1 Jahr Berufspraktikum)
Teilzeit: 4 Jahre (einschließlich 1 Jahr Berufspraktikum)

  • Fachrichtungsübergreifender Lernbereich: mindestens 360 Stunden
  • Fachrichtungsbezogener Lernbereich: mindestens 1.800 Stunden
  • Praxis in sozialpädagogischen Tätigkeiten: mindestens 1.200 Stunden

Gesamtstundenzahl: mindestens 3.600 Stunden

Die Angebote der einzelnen Bildungsstätten können hiervon abweichen. Das Berufspraktikum (Anerkennungsjahr) mit 160 Stunden Begleitunterricht und Praxisbetreuung findet im 3. Ausbildungsabschnitt statt.

Stellenangebote und Ausbildungsplätze für
Erzieher-/in
Bildung, Erziehung & Soziale Berufe


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von BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit
13.07.2020