Muggeseggele (auch Muggaseggele, Muggasegg(e)l), das
Substantiv, im schwäbisch-alemannischen Dialektsprachraum gebrauchte, wirklich außerordentlich kleine Einheit für Länge, Volumen, Gewicht oder Zeit, also „fascht nex“ bzw. „kaum ebbes“.
Das Muggeseggele bezieht sich auf das Fortpflanzungsorgan der männlichen Stubenfliege (musca domestica), die im Schwäbischen als „Mugg“ bezichnet wird. Im Gegensatz zum „Seggel“ ist das Muggeseggele aber kein Schimpfwort und trotz seiner eindeutigen Konnotation auch durchaus kindertauglich. Die Leser der Stuttgarter Nachrichten kürten das Wort 2009 mit großer Mehrheit zum schönsten Dialektwort Schwabens.
Die exakte Größe eines Muggeseggeles ist heute übrigens auch bekannt: Den betreffenden Körperteil der Stubenfliege hat der Insektenforscher Dr. Hans-Peter Tschorsnig vom Stuttgarter Naturkundemuseum inzwischen nachgemessen und gibt ihn mit einem Durchschnittswert von 0,22 mm an. Das ist schon ganz schön klein.
Und weil es immer noch kleiner geht: „E Muggeseggelebreggele“, also ein Stückchen (Bröckchen) vom Muggeseggele wäre dann wohl die Steigerung.


