Nussbaum-Logo
Ausflugsziel
10 Persönlichkeiten im Fokus

Blumhardts Literatursalon

Dieser Literatursalon stellt 10 Persönlichkeiten vor, die in intensivem Kontakt mit Vater und Sohn Blumhardt standen.
Blick in den Blumhardts Literatursalon mit VitrinenFoto: Blumhardts Literatursalon

Preise

Kostenfrei

Bad Boll war Mitte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art »protestantisches Lourdes«, weit bekannt und viel besucht. Im Kurhaus versammelten sich neben einheimischen Gästen aus Württemberg auch Angehörige des reformierten und lutherischen Bürgertums aus der Schweiz, dem Elsass und aus Norddeutschland, darunter nicht wenige Adelige. Sie hofften von Krankheiten geheilt zu werden, suchten aber auch ihr Seelenheil, also Lebenshilfe, Lebenssinn und Orientierung.

Zwischen 1852 und 1919 wirkten hier Vater (Johann Christoph) und Sohn (Christoph) Blumhardt als Pfarrer und Therapeuten. Wurde der Ältere vor allem als erfolgreicher Heiler – im Dienste seines Heilandes – wahrgenommen, so erlangte der Jüngere eine spektakuläre Berühmtheit durch seine ins Irdische gewandte Reich-Gottes-Theologie, die ihn zur SPD führte. Deshalb galt Bad Boll seit 1900 auch als Treffpunkt von Sozialisten, politischen wie religiösen.

Die positive Ausstrahlung der Blumhardts zog auch Persönlichkeiten des kulturellen Lebens und Schaffens an. Zehn ihrer bedeutendsten Vertreter ist »Blumhardts Literatursalon« gewidmet, eine literarische Gedenkstätte, die in der imposanten Villa Vopelius eingerichtet wurde. Ihre Erbauerin, Eleonore Vopelius, gehört mit in die Blumhardt-Geschichte. Im Stil des Historismus ließ sie 1890/91 die Villa von Johann Weirether aus Stuttgart erbauen, der zu den Architekten der Villa Reitzenstein, dem jetzigen Sitz des Baden-Württembergischen Staatsministeriums, gehörte.

Das kleine Museum im Obergeschoss der Villa Vopelius wird von der Akademie und vom Deutschen Literaturarchiv Marbach/Neckar betreut. Es erinnert an den Dichter Eduard Mörike, die Schriftstellerin Ottilie Wildermuth, den Maler Ludwig Richter, ferner an zwei Gestalten der Weltliteratur, Effi Briest und Christian Buddenbrook, hinter denen historische Personen mit ihren Lebensschicksalen stehen. Hermann Hesse und der Lyriker Gottfried Benn sind hier zu finden wie auch der berühmte Sinologe und Schwiegersohn Christoph Blumhardts, Richard Wilhelm. Schließlich noch zwei reformierte Theologen aus der Schweiz, Hermann Kutter und Karl Barth. Sie alle repräsentieren die bedeutsame Epoche der Blumhardt-Zeit, als hier Kultur, Frömmigkeit und Weltoffenheit vereinigt waren.

von Blumhardts LiteratursalonAlbrecht Esche
21.01.2026
Kategorien
Museen
Museen für Geschichte
Wissen & Technik
Passende Themenseiten
Deine Saison
Deine Saison
Feste, Märkte & Traditionen
Feste, Märkte & Traditionen
Freizeit & Unterhaltung
Freizeit & Unterhaltung