Inmitten des lang gestreckten Wölchingen steht eine mächtige spätromanische Kirche. Die ehemalige Johanniterkirche, auch „Dom des badischen Frankenlandes“ genannt, dient heute als evangelisches Gotteshaus für Boxberg und Wölchingen.
Über Bauzeit und Bauherren sind keine Dokumente vorhanden. Die Kirche wurde im 13. Jh. wahrscheinlich von den Edelherren von Boxberg und dem Johanniterorden errichtet; vielleicht wirkte auch noch der Templerorden mit. 1192 macht Kraft von Boxberg ein Pilgergelübde. Zugleich schenkt er dem Johanniterorden Güter, darunter auch in Wölchingen. Der Johanniterorden ist mit der Kreuzzug-Idee verbunden. Sein Motto: „Christi Feinden zu wehren und dem Nächsten zu helfen.“ Sein Symbol: das achtspitzige Kreuz (auch Malteser-Kreuz) nach den acht Seligpreisungen der Bergpredigt.
Der Orden errichtet in Wölchingen eine bedeutende Niederlassung (Kommende). Etwa ab 1225 wird die Kirche von Osten her errichtet (bis etwa 1250). 1287 erhält der Orden die Boxberger Burg und Herrschaft von den dortigen Edelherren geschenkt. Er verlegt seinen Sitz auf die Burg Boxberg. 1381 verkauft man den Besitz an die Ritter von Rosenberg.
1560 führt Albrecht von Rosenberg, der „berühmteste Ritter Frankens“, die Reformation ein; die Kirche ist seither eine evangelische. 1877/78 setzt man bei der Kirchenrenovierung den mächtigen Turm auf. 1961/63 und 1996 finden weitere Renovierungen statt.


