Die Verehrung der Heiligen Jungfrau nimmt in katholisch geprägten Ländern eine zentrale Stellung ein – vielerorts bis heute. Für die feierliche Gestaltung der zahlreichen Marienfeste im Kirchenjahr schufen die Komponisten der Renaissance eine Fülle kunstvoller geistlicher Musik.Auch der Weingartener Klosterkomponist Jacob Reiner (1555/60–1606) konnte in seinen Lehrjahren an der Münchener Hofkapelle in die Klangwelt der klassischen Vokalpolyphonie eintauchen.
Unter dem dort tätigen „Großmeister“ Orlando di Lasso perfektionierte Reiner seine Kompositionskünste und brachte sie mit zurück in seine Heimat. Es heißt, dass Jacob Reiner der Lieblingsschüler von Orlando di Lasso war, der von seinen Zeitgenossen als „Princeps musicorum“, also Fürst der Musik, bezeichnet wurde.
Das mit acht Männerstimmen besetzte Ensemble Weser-Renaissance stellt in seinem Konzert Marienkompositionen beider Meister gegenüber. Im historischen Kreuzgang des ehemaligen Klosters Weingarten entsteht so ein besonderer Klangraum für ein Konzert mit einem der international renommiertesten Ensembles für Renaissance-Musik. Dabei lässt sich eindrucksvoll erleben, wie sehr der Schüler seinem großen Lehrer künstlerisch auf Augenhöhe begegnet.
Künstlergespräch 19 Uhr: Prof. Manfred Cordes mit Julia Hellmig
19 Uhr Künstergespräch: Prof. Manfred Cordes mit Julia Hellmig
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