„Wenn ich auf die Jahrzehnte meines Lebens zurückblicke, wünschte ich mir manchmal, ich könnte meine Vergangenheit neu schreiben und sie perfekt machen wie die Musik, die ich komponiere … aber nein, unser Leben ist wie Jazzimprovisation, es sollte immer spontan sein, immer im Moment und immer frei.“ Nikolai Kapustin
Wie Frank Dupree, Artistic Partner des Württembergischen Kammerorche-
sters Heilbronn (WKO), war auch der Jazz-Pianist und Komponist Nikolai
Kapustin ein musikalischer Grenzgänger, der unterschiedliche Klangwelten
virtuos miteinander verband. So ist es kaum verwunderlich, dass die
gemeinsame Aufnahme des Konzerts für Klavier und Orchester Nr. 4 mit
dem WKO den International Classical Music Award 2022 erhalten hat.
Das Werk verlangt dem Solisten höchste Virtuosität und Expressivität ab.
Klassische Abschnitte wechseln sich mit jazzigen Passagen ab, die wie frei
improvisiert wirken, tatsächlich aber bis ins Detail auskomponiert sind.
Ebenfalls Jazz-Potential hat die Musik von Modest Mussorgski. 1874 setzte er in seinem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ skizzenhafte kleinformatige Gemälde in Gedenken an seinen verstorbenen Freund,
den Maler und Architekten Viktor Hartmann, in musikalische Miniaturen
um: unmittelbar, ehrlich und ungezähmt. Yaron Gottfrieds Remake für
Jazztrio und Kammerorchester bringt diese Musik zum Swingen. Dabei bleibt Mussorgskis Original stets präsent, so als würde der Komponist
selbst hörbar mit durch die Ausstellung schlendern.
19 Uhr Künstlergespräch: Frank Dupree mit Julia Hellmig
19 Uhr Künstlergespräch: Frank Dupree mit Julia Hellmig
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