Von Beginn an entwickelte sich auf dem Schellbronner Platz genau die unangenehme Partie, die man im Vorfeld befürchtet hatte. Die Hausherren setzten von der ersten Minute an auf eine giftige Zweikampfführung und versuchten, den Spielfluss des Favoriten mit allen Mitteln zu unterbinden. Es entwickelte sich ein rasanter Schlagabtausch, bei dem der Ball schnell in beide Richtungen gespielt wurde. Calmbach erarbeitete sich dabei ein leichtes Chancenplus und wirkte spielerisch etwas reifer, doch die absolute Dominanz blieb gegen die galligen Gastgeber aus.
Die Vorentscheidung der ersten Halbzeit fiel in der 21. Spielminute, hatte sich aber bereits kurz zuvor angekündigt. Ein paar Minuten vor dem Gegentreffer brannte es nach einem gefährlich getretenen Standard der Schellbronner lichterloh im Calmbacher Strafraum – hier hatte die Elf von der Enz noch das nötige Glück und konnte die Situation unbeschadet überstehen. Doch die Warnung reichte nicht aus: In der 21. Minute segelte ein fast identisch getretener Ball erneut in die Gefahrenzone. Diesmal fanden die Calmbacher keine Antwort auf die Hereingabe, die Zuordnung in der Hintermannschaft fehlte in diesem entscheidenden Moment, und die Hausherren markierten die 1:0-Führung.
Der zweite Durchgang knüpfte nahtlos an das Geschehen der ersten 45 Minuten an. Das Spiel blieb ein hochgradig umkämpfter Schlagabtausch mit großen Möglichkeiten auf beiden Seiten. Während Calmbach wütend auf den Ausgleich drängte und weitere hochkarätige Chancen ungenutzt ließ, blieb Schellbronn über Konter stets brandgefährlich. Die Partie war geprägt von vielen Unterbrechungen und Nickligkeiten, was den Calmbachern sichtlich den Rhythmus nahm.
In der dramatischen Schlussphase warf der 1. FC Calmbach schließlich alles nach vorne, um die drohende Niederlage noch abzuwenden. In der dritten Minute der Nachspielzeit kam es zum letzten Akt des Dramas: Bei einem finalen Standard für die Gäste beorderte Calmbach sogar den eigenen Torhüter mit in den gegnerischen Strafraum. Doch das Risiko wurde eiskalt bestraft. Schellbronn klärte den Ball, schaltete blitzschnell um und vollendete den Konter auf das verwaiste Tor zum 2:0-Endstand. Am Ende steht eine Niederlage, die aufgrund der Spielanteile schmerzt, aber die Lehre bereithält, dass man gegen derart unangenehme Gegner jede Unkonzentriertheit teuer bezahlt. (dn)


