
Der zweitägige Neckarelzer Dreikönigsmarkt brachte am 05. und 06.01. gemütliches Beisammensein in den Burggraben am Tempelhaus. Zumindest noch leicht verschneites Geläuf und bei klirrend kalten Außentemperaturen war es für den gastgebenden Heimatverein Neckarelz-Diedesheim die vortreffliche Herausforderung, die wohlige „Wärme“ in der Atmosphäre selbst zu erzeugen.
Bei trockenem Winterwetter bot das Lagerfeuer in der Mitte der Rasenfläche einen Ort der Zusammenkunft, an dem man sich bei Punsch, Kaffee und Tee austauschte. Eigens über dem Feuer gebackenes Stockbrot zog die Menschen an die Feuerschale, wo man auch die Kälte am wenigsten spürte. Verkaufsstände von Mitgliedern und Freunden des Heimatvereins boten selbstgefertigte Socken und Mützen an. Ein Highlight des Marktes war der Glühwein, dessen Trauben eigens von Vereinsmitgliedern am Obrigheimer Hang angebaut wurden.
2026 bedeutet ein gleich doppeltes Jubiläumsjahr für Mosbach: das 1.200-jährige Bestehen der Kernstadt sowie 50 Jahre im Status einer Großen Kreisstadt. „Wir freuen uns, dieses wichtige Veranstaltungsjahr 2026 mit unserem Dreikönigsmarkt eröffnen zu dürfen“, erklärte Paul Bley als Vorsitzender des Heimatvereins Neckarelz-Diedesheim. Schließlich konnte auch der Dreikönigsmarkt ein eigenes Jubiläum feiern: Es war bereits dessen zehnte Auflage, seit ihn der Heimatverein, ursprünglich gemeinsam mit dem hiesigen Bürgerverein „BURA“, begründet hatte – damals noch am Außengelände des benachbarten Bildungshauses.
Zum ersten Mal beim Neckarelzer Dreikönigsmarkt durfte der Minister und Landtagsabgeordnete Peter Hauk (CDU) als Eröffnungsgast begrüßt werden. In seinem Grußwort am Montagabend gratulierte er zum Marktjubiläum. Ebenso versäumte er nicht, zu den Jubiläen seine Glückwünsche auszusprechen, die er sogleich mit Heimatstolz verband. So gäbe es die Große Kreisstadt schließlich nicht ohne ihre Stadtteile, bekräftigte Hauk unter Beifall. Eben deswegen solle der Heimatverein sich stolz zeigen auf alles, was der Verein und die Menschen insgesamt hier für die ganze Stadt und „ihre“ Stadtteile leisten.
Stadtrat Manfred Beuchert begrüßte als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters die Anwesenden. Als regelmäßiger Gast des Dreikönigsmarktes wusste er, dass der stärkere Besucherandrang stets erst am zweiten Markttag folgt. Beuchert war es wichtig, ein bedeutsames Thema aus der aktuellen Kommunalpolitik anzusprechen: Überparteilich hat sich der Mosbacher Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung im vergangenen Jahr per Resolution für den Erhalt des Klinikstandorts in Mosbach ausgesprochen.
Den Höhepunkt des Abends bildeten – schon durch ihre namensgebende Funktion – die Sternsinger. In diesem Jahr waren sie ganz überwiegend aus der Nachbargemeinde Obrigheim gekommen. Das Motto der diesjährigen, bundesweiten Sternsingeraktion lautet „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Für eben diesen Zweck sammelte auch der Heimatverein gerne Spenden während des Marktes sowie bei den eintrittsfreien Konzerten im Tempelhaus.
So wurde der erste Abend von der Bläsergruppe Gundelsheim abgeschlossen, die unter der musikalischen Leitung von Dieter Weisser bekannte Stücke wie „Little Drummer Boy“ darboten – durchbrochen von Kurzgeschichten und Zitaten zum neuen Jahr.
Der Besuch zweier Alpakas von der Läufertsmühle in Neckargerach war eine von vielen begleitenden Attraktionen des zweiten Markttages, der bereits um 11 Uhr am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst im Tempelhaus unter der Leitung von Pfarrer Frithjof Meissner begann. Als Moderatorin begrüßte Brigitte Pföhler, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, die Kinder- und Jugendtanzgruppen des Tanzsportvereins Mosbach auf der Bühne. Zwischen den kleinsten „Tanzmäusen“, den Gruppen „Lollipop“ und „Fundance“, der Diakoniegruppe sowie den „Power Moves“ wurden moderne Tänze zu bekannten Liedern aufgeführt.
Den Abschluss bot die Musikschule Mosbach mit einem für den Dreikönigsmarkt fast schon traditionellen Solistenkonzert ihrer fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler. Moderatorin Sarah Abassi begrüßte Paloma Renner (Trompete), Alexandra Fosnea (Querflöte), Lina Rudolphi (Gesang), Philipp Trank (Trompete) und Celine Richter (Geige) mit selbstgewählten Musikstücken und Eva Sassenscheidt-Monninger als Klavierbegleitung. Schließlich darf in 2026 noch ein weiteres Jubiläum gefeiert werden: Die Musikschule feiert ihr 40-jähriges Bestehen. (pvh)
