Bürgermeister Jan Peter Seidel wird zur Feierlichkeit zugegen sein und auch Klaus Hoffmann, Innungspräsident der Handwerkskammer. Inhaber und Friseurmeister Thomas Brenner ist seit den 90ern Chef von Salon Brenner. Mit 47 Jahren Berufserfahrung ist er Spezialist für Männerhaar. Der Salon steht für handwerkliche Qualität, zeitlose Klassiker und moderne, trendbewusste Haarschnitte. Letztere lassen sich wie kaum ein anderes Attribut mit den Jahrzehnten verbinden.
Rosa und Hans Brenner eröffneten 1926 ihren ersten Frisörsalon. Der Bubikopf-Schnitt für Frauen lag im Trend. Und neben Friseuren gab es noch viele Barbiere, die für Bartpflege zuständig waren. Seitenscheitel, akkurate Kurzhaarschnitte, Slicked-Back-Look,Pomade, Brillantine waren aber auch bei Brenners im Angebot. Aus diesen Zeiten liegen keine historischen Fotos mehr vor. Das mag auch an den Kriegsjahren liegen und einem Umzug der Familie, die 1940 in der Bergstraße in Kleingemünd ein neues Friseur-Zuhause fand. Der Ort erwies sich als gute Geschäftsgrundlage, und so wurde so mancher Backfischzopf bei den Brenners abgeschnitten. 1950 dann eine neue Location direkt am Hanfmarkt, die Familie machte sich einen Namen in Neckargemünd.
In die 50er- und 60er-Jahre fielen Investitionen in moderne Technik und der Umzug 1961 in die Bahnhofstraße Nummer 6. Toupieren gehörte zum täglich Brot bei den Damen, die Pompadour-Frisur im Elvis-Look war bei den jungen Männern beliebt. Im Laden fing Maria eine Lehre an und hatte es bald darauf auch Hans Brenners Sohn Helmut angetan; Maria wurde seine Ehefrau. Eine weitere Generation im Familienbetrieb war gesichert. Langjährige Stammkundinnen erinnern sich noch an die im letzten Jahr verstorbene Maria Brenner. Die älteste Kundin ist mit 102 Jahren sogar älter als das Familienunternehmen selbst.
Dem Trend der 70er folgte der Salon auch in der Inneneinrichtung; die Wände waren im Laden mit riesigem Blumenmuster in Rosa-Orange gekleidet. Maria Brenner schwang das Zepter, die angestellten Friseurinnen trugen noch weiße Kittel. Natürlicher Haarwuchs, buschige Koteletten – die Familie schaffte es auch durch diese langhaarigen Zeiten. Mit „Waschen und Legen“ war besonders freitags der Laden immer voll.
In der Zwischenzeit hatte sich viel getan. Aus ehemals elf Angestellten wurden vier. Die Corona-Jahre und die wachsende Konkurrenz im Ort forderten ihren Tribut. Thomas Brenner übernahm das Friseurgeschäft, seine Frau Elke schuf ihr eigenes Reich und betreibt seit 35 Jahren das Nagelstudio im Salon. Die Brenner-Gene werden noch immer weitergegeben, Tochter Lisa war schon von Kindesbeinen an im Laden. Allerdings wollte sie damals noch Zahnärztin werden. Die bunten Haartrends der 90er schienen jedoch abgefärbt zu haben, denn heute, mit knapp 24 Jahren, ist Lisa Brenner seit 2023 Mastercoloristin und seit 2025 Friseurmeisterin.Durch sämtliche Weiterbildungen hat sie sich auf alles rund um das Thema Balayage, Strähnen, Colorationen und Langhaarfrisuren/-schnitte spezialisiert.
Familie Brenner hat sich einiges ausgedacht, um ihr Jubiläum zu feiern – am Samstag, 14. März, geht’s um 14 Uhr los. Für die ersten zehn Besucher gibt es eine Überraschung, alle anderen dürfen an einem Glücksrad drehen. Schließlich kann nicht jeder auf 100 Jahre Handwerksbetrieb in der eigenen Familie zurückblicken.
