
Seine Karriere führte ihn rund um den Globus, aber zu Hause war er in Warmbronn
Am 15. Februar vor 100 Jahren wurde Raymond Wolsansky in Cleveland, Ohio, USA, geboren. Nach seiner Gesangsausbildung in den USA ging der junge Bariton nach Europa und erlebte dort eine steile Karriere. Er überzeugte und begeisterte als Rigoletto das Stuttgarter Publikum derart, dass ihm die Württembergische Staatsoper für die Spielzeit 1958/1959 ein festes Engagement anbot. Dreißig Jahre blieb die Staatsoper sein Stammhaus. Daneben trat er als Gastsänger an vielen großen Opernhäusern in Europa und auch in Übersee auf, vor allem in London, Paris, Mailand, Chicago, San Francisco und Buenos Aires. Er sang mit Bühnenpartnern aus der Weltspitze wie Luciano Pavarotti und Plácido Domingo. Für seine Verdienste erhielt er 1979 von Ministerpräsident Lothar Späth die höchste Auszeichnung des Landes, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Seine Karriere führte ihn rund um den Globus, aber zu Hause war er in Warmbronn.
Raymond Wolansky stirbt am 1. Dezember 1998 während seines Auftritts bei einem Benefizkonzert in Leonberg. Sein Grab ist auf dem Warmbronner Friedhof.
Der Gemeindeverein zeigt am 27.2. eine Inszenierung der Oper „Zar und Zimmermann“ aus der Staatsoper Hamburg mit Raymond Wolansky in der Rolle als Zar Peter I.
Zur Einstimmung in den Filmabend „100 Jahre Raymond Wolansky“ wird Helmut Beck, Oberkirchenrat i. R., über seine Begegnung mit dem feinsinnigen und einfühlsamen, großartigen Kammersänger berichten. Beck hat ihn bei einem Konzert in der Samariterstiftung Leonberg kennengelernt, als Pfarrer nach dem plötzlichen Tod von Raymund Wolansky 1998 June Wolansky bei der Trauer begleitet und bis heute freundschaftliche Verbindung. Zudem hat Beck eine besondere Verbindung zum Ort Warmbronn. Er ist in der Nachkriegszeit im Pfarrhaus als jüngster von neun Kindern aufgewachsen und denkt bis heute gerne an diese wunderbare Zeit in Warmbronn zurück.