12 kunterbunte Löwen und ein blaues Pferd im Museum (06.05.26)
12 Löwen aus dem Kinderhaus Kunterbunt starteten an einem sonnigen Maitag zu einem ganz besonderen Abenteuer in die Staatsgalerie Stuttgart. Und wer wartete dort schon auf sie? Kein gewöhnlicher Museumsführer, sondern das blaue Pferd Equus!
Habt ihr schon einmal ein blaues Pferd gesehen? Equus ist nämlich kein normales Pferd. Während andere Pferde gemütlich wiehernd auf der Wiese stehen, trabt es lieber durch die Museumsräume, um Gemälde großer Künstler zu betrachten.
„Was ist eigentlich ein Museum?“, fragte uns die Museumspädagogin. Antwort eines schlauen Löwen: „Ein großes Haus, in dem Dinge ausgestellt werden, die es nur einmal gibt und schon ein bisschen älter sind …“ Ein anderes Löwenmädchen hatte sich gut vorbereitet und wusste, dass es vom König Wilhelm gegründet wurde!
Und warum gibt es überhaupt Gemälde bzw. hat man Malereien ausgestellt?
Früher gab es noch keine Kameras. Deshalb mussten die Menschen alles malen und sonst hätte niemand gewusst, wie Menschen, Tiere oder Landschaften damals aussahen.
Gemeinsam mit Equus ging es los auf Entdeckungstour. Gab es hier noch mehr Tiere? Gleich zu Beginn staunten alle: ein riesiger Altar, den man nur zu besonderen Festen aufgeklappt hat, glänzte mit goldenem Hintergrund. Das Bild war so alt, dass es fast schon Geschichten aus dem Bilderrahmen zu erzählen schien. Darauf entdeckten wir eine Kuh, einen Ochsen, einen Esel und Schafe und das Jesuskind mit einem leuchtenden Heiligenschein.
Weiter ging die Reise: Tiere auf einem Boot, das über den Rhein schipperte, als würden sie einen geheimen Ausflug machen. Und vor einem anderen Bild durften wir sogar so tun, als würden wir das Essen probieren – zum Glück nur mit der Fantasie!
Dann wurde es richtig aufregend: Equus riss die Augen auf, denn plötzlich standen da seine Freunde – das blaue Pferd und das gelbe Pferd! Der Maler Franz Marc hatte sie allerdings nicht „wie echte Pferde“ gemalt, sondern so, wie sie in seiner Fantasie lebten: bunt, lebendig und ein bisschen zauberhaft.
Schließlich kam die große Farbfrage: „Wisst ihr, wie viele Farben ein Meer oder Wasser haben kann?“ Wir haben genau hingeschaut – und entdeckt: Blau ist nur der Anfang! Da sind auch grün, grau, türkis und manchmal sogar lila Farben versteckt. Danach wurden wir selbst zu Künstlerinnen und Künstlern und haben unsere Eindrücke auf Papier gebracht.
Zum Schluss durften wir selbst eigene Gemälde gestalten. Die Staatsgalerie wurde für einen Tag zu unserem Atelier – und Equus trabte stolz zwischen unseren Kunstwerken hindurch, als würde er sagen: „Das ist echte Künstlerarbeit!“
Es war ein Tag voller Staunen, Lachen, Fantasie und ganz viel Kunst.
(Doris Wolf und Eva Silberberger)

