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Dies und das

//30 Jahre Reha-Zentrum Quellenhof//

Ein Meilenstein der Neurologischen Rehabilitation Der Quellenhof in Bad Wildbad feierte am 8. und 9. Mai 2026 sein 30-jähriges Bestehen, darin eingebettet...
Ehrengäste feiern das Jubiläum des Quellenhofs (von rechts): Dr. Stefan Waibel (Quellenhof), Claus Bannert (AOK), Saskia Wollny (D. Rentenversicherung), Adam Michel (AMSEL), Prof. Dr. med. Judith Haas (DMS Gesellschaft), Prof. Dr. med. Peter Flachenecker (Quellenhof), Wilfried Klenk (AMSEL), Hans-Joachim Wöbbeking (Polio Bundesverband) und Markus Saur (DAK).Foto: Quellenhof

Ein Meilenstein der Neurologischen Rehabilitation

Der Quellenhof in Bad Wildbad feierte am 8. und 9. Mai 2026 sein 30-jähriges Bestehen, darin eingebettet war das 18. Quellenhof-Symposium. Diese Jubiläumsveranstaltung markierte nicht nur eine feierliche Rückschau auf drei Jahrzehnte medizinischer Exzellenz, sondern unterstrich mit hochkarätigen Fachvorträgen die führende Rolle der Einrichtung in der Behandlung von Multipler Sklerose (MS), Schlaganfall und Post-COVID.

In seiner Begrüßungsansprache zum Festakt am 8. Mai 2026 betonte Geschäftsführer Dr. Stefan Waibel, dass hinter der Institution weit mehr stehe als eine medizinische Einrichtung: „Hier wurden tausende Geschichten von Hoffnung, Rückschlägen und Neuanfängen geschrieben. Unser Erfolg basiert auf dem Vertrauen der Patienten und der Hingabe unserer Mitarbeiter – vom ärztlichen Dienst über die Pflege und Therapie bis hin zur Technik und Küche.“

Geschichten von Hoffnung und Neuanfang

Zu Beginn des Festaktes ließ ein Imagefilm Mitarbeitende zu Wort kommen und fing die besondere familiäre Atmosphäre ein, die das Haus seit seiner Gründung prägt. Adam Michel, Vorsitzender der AMSELStiftung Ursula Späth, erinnerte an die schwierigen Anfänge am 8. Mai 1996, als die erste Patientin, eine Wildbaderin, aufgenommen wurde. Damals startete das Haus mit 52 Mitarbeitenden unter harten wirtschaftlichen Bedingungen. Dass der Quellenhof heute als eine der Top-Rehakliniken Deutschlands gilt, ist vor allem dem Engagement der Gesellschafter – darunter die AMSEL-Stiftung – sowie der wissenschaftlichen Neuausrichtung unter der Leitung von Prof. Dr. med. Peter Flachenecker seit dem Jahr 2004 zu verdanken.

Würdigung durch Politik und Sozialversicherungsträger

Wilfried Klenk, Mitglied des Stiftungsrates der AMSEL-Stiftung Ursula Späth, bezeichnete den Quellenhof als „Erfolgsgeschichte weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus“ und würdigte die enge Verzahnung von Forschung und Praxis. Der Vorsitzende der AMSEL-Stiftung, Adam Michel, erinnerte an die Vision von Ursula Späth und Roland Sing, die Ende der 90er-Jahre den Motor für spezialisierte MS-Versorgungsstrukturen bildeten. Auch die Vertreter der Rentenversicherung (Saskia Wollny), der DAK (Markus Saur) und der AOK (Claus Bannert) unterstrichen die ökonomische und soziale Bedeutung: „Reha wirkt – nicht nur medizinisch, sondern auch monetär durch den Erhalt der Erwerbsfähigkeit.“
Die Relevanz dieser Arbeit wurde zudem durch Grußworte von Prof. Dr. med. Judith Haas (DMSG) und Hans-Joachim Wöbbeking (Polio-Verband) unterstrichen. Hans-Joachim Wöbbeking, selbst seit 1952 erkrankt, schilderte eindrucksvoll die praktischen Erfolge – vom Erlernen der Alltagskompetenz im Rollstuhl bis zur empathischen Kommunikation auf Augenhöhe. Mit einem symbolischen Scheck über 1.000 Euro für das Mitarbeiterfest, überreicht durch die Vorsitzenden der Mitgesellschafter AMSEL-Stiftung Ursula Späth und den Klängen von Martin Nonnenmann am Klavier endete ein Jubiläum, das die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte einläutete.

18. Quellenhof-Symposium: Innovationen und Forschungsergebnisse

Das 18. Quellenhof-Symposium am 9. Mai unter der wissenschaftlichen Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Flachenecker widmete sich den brennenden Fragen der modernen Neurologie. Den Anfang machte Prof. Dr. med. Jürg Kesselring aus der Schweiz, der in einem inspirierenden Vortrag zur Geschichte der neurologischen Rehabilitation über die Flexibilität des Gehirns und die Bedeutung von Resilienz sprach. Er plädierte für eine „Lernfreude am Ausprobieren“, die Patienten helfen könne, trotz Einschränkungen neue Lebensqualität zu finden. Ein wissenschaftlicher Meilenstein war der Vortrag von PD Dr. med. Klemens Ruprecht aus Heidelberg. Er präsentierte Daten, die belegen, dass MS eine seltene Spätkomplikation einer EBV-Infektion ist. Dies eröffne langfristig die Chance, MS durch eine Impfung mit z. B. mRNA-Impfstoffen, nahezu auszurotten.

Therapieziele und Post-COVID-Konzepte

Prof. Dr. med. Benjamin Berger aus Pforzheim legte den Fokus der Therapie auf den Faktor Zeit: „Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose.“ Ein zentrales Thema war PIRA (Progression Independent of Relapse Activity) – die schleichende Verschlechterung unabhängig von Schüben. Per Video zugeschaltet, berichtete Dr. med. Judith Bellmann-Strobl aus Berlin über die Komplexität von Post-COVID und zog Parallelen zur MS-Forschung. Dr. med. Martin Menke stellte dazu das spezialisierte Post-COVID-Konzept des Quellenhofs vor, das auf dem „Pacing“ basiert – dem konsequenten Respektieren der Belastungsgrenzen. (pm/red)

Hochkarätige Gäste und Referenten des 18. Quellenhof-Symposiums (von links): Prof. Dr. Jürg Kesselring (Bad Ragaz), Prof. Dr. Benjamin Berger (Helios-Klinikum Pforzheim), Prof. Dr. med. Peter Flachenecker (Quellenhof), Priv.-Doz. Dr. Klemens Ruprecht (Uniklinik Heidelberg) und Dr. med. Martin Menke (Quellenhof).Foto: Quellenhof
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von Stadt Bad WildbadRedaktion NUSSBAUM
29.05.2026
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