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40 Jahre Tschernobyl – eine persönliche Erinnerung

www.schriesheimer.ökostromplus.de unabhängig und parteiübergreifend Am 26. April 1986 geschah das Schreckliche, der Reaktorunfall im Atomkraftwerk...

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unabhängig und parteiübergreifend

Am 26. April 1986 geschah das Schreckliche, der Reaktorunfall im Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine radioaktive Wolke zog über ganz Europa hinweg.

Am 1. Mai 1986, also genau fünf Tage nach dem GAU in Tschernobyl, war mein jüngster Sohn genau einen Monat alt. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Diesen herrlichen Tag verbrachte die Familie ahnungslos in ihrem gepachteten Stück Garten im Handschuhsheimer Feld. Die Kinder spielten zwischen den Bäumen im Gras und im Sandkasten. Unser Jüngster lag in seinem Körbchen und lachte vergnügt mit der Sonne um die Wette.

Am nächsten Tag schlichen sich erste beunruhigende Meldungen über einen Unfall in einem Atomkraftwerk in der Sowjetunion in die Nachrichten: Radioaktive Wolken breiteten sich nach Westeuropa aus. Die Finnen und die Schweden hatten als erste schon vor dem 1. Mai erhöhte Strahlungswerte in der Atmosphäre festgestellt. Und ein paar Tage später wurde es zur Gewissheit, dass der Reaktorunfall in Tschernobyl auch auf das Leben unserer jungen Familie ernste Auswirkungen hatte. Wie konnten wir uns und vor allem das Baby gegen die heimtückischen Strahlen und deren Wirkung schützen? Welche Lebensmittel waren verseucht? Wo konnten die Kinder noch gefahrlos spielen? Auf vielen Spielplätzen wurde der Sand ausgetauscht. Und auch in unserer kleinen Sandkiste im Garten wechselte ich den Sand aus. Und überhaupt – was war mit unserem Garten? Was konnten wir noch mit gutem Gewissen essen? Schließlich trug ich die oberste Erdschicht des Gartens ab, dort, wo wir Salat und Gemüse anbauten. Wir horteten H-Milch, die vor dem 26. April hergestellt worden war. Zur wöchentlichen Pflichtlektüre wurde eine schmucklos gedruckte Broschüre, die von einer Bürgerinitiative aus Wiesbaden herausgegeben wurde. In dem Blättchen wurden die aktuellen Messwerte zur Verstrahlung von Lebensmitteln und deren Herkunft veröffentlicht. Danach richtete sich unser Einkaufszettel. Wir waren sehr verunsichert.

Die Erlebnisse und Erfahrungen nach Tschernobyl haben meine Einstellung zur Nutzung der Kernenergie bis heute geprägt.

Die Organisation .ausgestrahlt.de hat eine sehenswerte virtuelle Ausstellung „Fukushima, Tschernobyl und wir“ zusammengestellt. Viele interessante Fakten, wichtige Hintergrundinformationen und vor allem auch die Folgen der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima werden präsentiert, sowie Kommentare unserer Politiker zum Geschehen aus jener Zeit. Schauen Sie mal rein!

ausgestrahlt.pageflow.io/fukushima-tschernobyl-und-wir

Winfried Plesch

Erscheinung
Mitteilungsblatt der Stadt Schriesheim
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Ausgabe 18/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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