Mit einem farbenreichen und anspruchsvollen Programm eröffnete die Stadtkapelle im gut besuchten Lutherhaus ihr musikalisches Jahr. Beim 42. Frühjahrskonzert unter der Leitung von Dirigent Pascal Morgenstern zeigte das Orchester eindrucksvoll, wie sich intensive Probenarbeit und Gemeinschaftsgeist auszahlen. Von Beginn an sprang der Funke auf das Publikum über: Der feierliche Marsch "Opening" von Ernst Hoffmann setzte den passenden Auftakt für einen Abend voller musikalischer Kontraste und Emotionen. Anschließend meisterte die Kapelle mit hoher Präzision und klanglicher Balance eines der bekanntesten Werke der Blasorchesterliteratur – die "First Suite in Es op. 28 Nr. 1" von Gustav Holst. Die anspruchsvolle Komposition wurde souverän und mit spürbarer Hingabe interpretiert.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Manfred Hildebrand, der an der Es-Klarinette mit dem Stück „Eskapaden“ von Thorsten Reinau brillierte. Für seine brillante Darbietung und sein sensibles Spiel wurde er vom Publikum mit langanhaltendem, begeistertem Applaus gefeiert. Mit „Salemonia“ von Kurt Gäble zeigte das Orchester seine zarte, harmonische Seite, bevor „Dream“ von Dana Schraml – einer Komponistin, die sich in der meist männlich dominierten Blasmusikszene etabliert hat – einen modernen, gefühlvollen Akzent setzte. Auch die Filmmusik kam nicht zu kurz: „Crimson Tide“ von Hans Zimmer, in einem Arrangement von Erik Rozendom, füllte den Raum mit majestätischen Klängen und zarten Trompetenlinien. Das Publikum durfte zudem bekannte Melodien aus dem Musical „Wicked“ von Stephen Schwartz (Arrangement: Jay Bocook) genießen, ebenso wie die lebhafte Komposition „Oregon“ von Jacob de Haan, die als musikalische Reise durch die Weiten Amerikas begeisterte.
Charmant und mit persönlicher Note führte Dirigent Pascal Morgenstern durch das Programm und ließ dabei immer wieder seine Freude und seinen Stolz auf das Orchester durchscheinen. Zum Abschluss dankte das Publikum mit stehenden Ovationen. Die Stadtkapelle revanchierte sich mit einer stimmungsvollen Zugabe: „Kaiserin Sissi“ und – wie könnte es in Schwetzingen anders sein – dem unverzichtbaren „Badnerlied“. Ein rundum gelungener Konzertabend, der eindrucksvoll bewies: Die Stadtkapelle Schwetzingen ist musikalisch bestens gerüstet für das Jahr 2026 – und Dirigent Pascal Morgenstern darf stolz auf sein Ensemble blicken, das zudem sieben neue Musiker in seinen Reihen begrüßen durfte, die mit dem Konzert ihren ersten großen Auftritt mit der Stadtkapelle mit Bravour meisterten. (red)