
Die Stadt Neckargemünd hatte zum Jugendforum eingeladen – einem offenen Austausch, bei dem die junge Generation nicht nur zuhören, sondern vor allem mitreden sollte. Bürgermeister Jan Peter Seidel begrüßte die Jugendlichen gemeinsam mit Lisa Vollmer, die die Veranstaltung koordinierte, und dem neuen Jugendreferenten Emanuel Kuderna. „Wir wollen von euch wissen, was euch wichtig ist – was euch stört, was ihr euch wünscht und wo ihr euch vielleicht selbst einbringen möchtet“, erklärte Seidel. „Und ihr sollt erfahren, dass die Stadt euch ernst nimmt und auch etwas für euch tut.“
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erläuterte Vollmer den Ablauf des Nachmittags. Über die Plattform Mentimeter durften die Teilnehmer zunächst per Handy ihre Themen eingeben – von Freizeitangeboten über Verkehr bis hin zum Klima. Anschließend bildeten sich Arbeitsgruppen zu fünf großen Themenfeldern: Sport, Freizeit, Verkehr, Jugendtreff und Klima. Unterstützt wurden die Gruppen von Mitgliedern des Gemeinderats und der Verwaltung: Malin Steinhäuser, Luca Feßler, Maximilian Bernauer, Norbert Sy, Hannah Scheibe und Dr. Elly Cherwon begleiteten die Diskussionen, ebenso wie Realschulrektor Ulrich Falter.
Schnell zeigte sich, dass die Jugendlichen viel zu sagen hatten. „Was stört euch?“, fragte Maximilian Bernauer in die Runde am Verkehrstisch – und bekam prompt Antwort: „Viele Straßen sind kaputt!“, meinte ein Mädchen, und Bernauer musste schmunzelnd zustimmen. Die Themen reichten vom Zustand der Straßen über zu lange Wartezeiten an Bushaltestellen bis hin zum Wunsch nach sichereren Rad- und Fußwegen. Am Tisch „Freizeit“ sprudelten die Ideen besonders lebhaft: Ein Kletterspielplatz, ein Escape-Room, ein Bücherladen oder ein Lego-Bauwettbewerb – die Liste der Vorschläge wuchs rasch. Auch ein Indoor-Spielplatz und größere öffentliche Spielplätze standen hoch im Kurs.
Beim Thema „Sport“ ging es um neue oder besser ausgestattete Fußballplätze, einen Calisthenics-Park, einen Basketballkäfig und einen Bikepark. Wer sich mit dem Thema Klima beschäftigte, dachte an Entsiegelung von Flächen und Gehwegen, mehr Begrünung, einen autofreien Wochentag, grüne Pausenhöfe, Müllvermeidung und Naturschutz. Der Wunsch nach einem eigenen Jugendtreff wurde klar umrissen: kein Kindertreff, sondern ein Ort zum Chillen, Treffen und Musikhören – offen für alle ab etwa 12 Jahren.
Damit die Konzentration nicht nachließ, stärkten sich die Jugendlichen zwischendurch mit Getränken und Müsliriegeln. Als Belohnung für die engagierte Mitarbeit wartete am Ende ein gemeinsames Pizza-Essen – ein gemütlicher Abschluss nach drei Stunden intensiver Diskussion und Ideensammlung.
Bürgermeister Seidel zeigte sich beeindruckt von der Kreativität und Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen ihre Anliegen formulierten. „Wir werden die Ideen nun aufbereiten und prüfen, welche sich kurzfristig umsetzen lassen“, versprach er. Einige Anregungen sollen bereits in die kommenden Haushaltsberatungen einfließen. Auch beim Thema Jugendraum, so Seidel, sei die Stadt „schon dran“ – und hoffe, bald eine passende Lösung präsentieren zu können.