Die Ferienspiele in Hemsbach ändern ihr Konzept. Das Zeltlager entfällt, Altersgrenze und Teilnehmerzahl werden angepasst, Gebühren bleiben trotz Kürzungen stabil beschlossen.
Es ist unbestritten eine herbe Enttäuschung für die vielen Jungen und Mädchen, die zukünftig in den Sommerferien an den Ferienspielen teilnehmen werden. War doch das viertägige Zeltlager immer das Highlight des zweiwöchigen Ferienspaßes für die meist 120 Jugendlichen. Auch die Leistung der Jugendzentrumsmitarbeiter und der etwa 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Dennoch gibt es mehrere rationale Gründe, aufgeführt in der Beschlussvorlage, die Rathausmitarbeiterin Nadja Tschan den Stadträten vortrug: Die wesentlichste Änderung betrifft das Zeltlager, das ab diesem Jahr nicht mehr durchgeführt werden kann.
Gründe sind die veränderten organisatorischen Rahmenbedingungen, Aspekte der Sicherheit, Gewährleistung der Aufsichtspflicht und Einhaltung der Vorgaben zum Kinderschutz. Organisatorisch gibt es einen personellen Kapazitätsengpass in der Verwaltung, der nicht durch ehrenamtlich tätige Helfer ausgeglichen werden kann, die trotz ihres Engagements nicht über die nötige Erfahrung im altersgerechten und pädagogischen Umgang mit Kindern verfügen. Besonders kritisch sind dabei Konfliktsituationen, die in den vergangenen Jahren in ihrer Intensität zugenommen haben. Den Vorschlag von Stadtrat Denis Klefenz (CDU), unterstützt von Marlies Drissler (PH), den personellen Engpass durch tageweise Mitarbeit von Stadträten auszugleichen, beschied Tobias Schork, Fachbereichsleiter Verwaltung & Finanzen, eine Absage, ließ jedoch durchblicken, „eine Durchführung in Folgejahren unter Umständen zu überdenken“.
Was ändert sich bei den Ferienspielen, die in diesem Jahr vom 10. bis 21. August stattfinden? Konnten bisher Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren zu den Ferienspielen angemeldet werden, so können in diesem Jahr Kinder von 6 bis 12 Jahren teilnehmen. Auch die Teilnehmerzahl verändert sich von 120 auf maximal 100. Für Stadtrat Frank Martijn (FDP) ergibt sich die Frage, warum bei drei mehr Jahrgängen die Teilnehmerzahl reduziert wurde. Schork wies darauf hin, dass die personelle Ausstattung und die genannten gesetzlichen Vorgaben diese Entscheidung erforderlich machen: „Schon 100 ist eine sportliche Herausforderung.“ Diese Teilnehmerbeschränkung lässt nach Aussagen von Tschan bei der Randzeitbetreuung keine Probleme für berufstätige Eltern erwarten, da in den vergangenen Jahren ausreichend Plätze zur Verfügung standen. Beginnend in diesem Jahr wird außerdem die Anzahl der zu betreuenden Kinder nicht begrenzt.
Auch bei der Anmeldung der Kinder zu den Ferienspielen gibt es eine Änderung: Eltern registrieren sich und melden ihre Kinder im Programm „Venuzle“ an, erhalten die Anmeldeunterlagen und geben die ausgefüllten Unterlagen im Rathaus ab. Einerseits, so Schork, wird der Verwaltungsaufwand reduziert und andererseits ist die persönliche Abgabe wegen der Unterschrift erforderlich. Damit beantwortete er die Frage der Stadträtin Birgit Dick (FDP), warum nicht alles online abgewickelt werden kann.
Warum trotz des Wegfalls des Zeltlagers der Elternbeitrag nicht geringer ausfällt, wollte Stadtrat Martin Schild wissen. Schork wies auf den Gemeinderatsbeschluss vom 19. Mai 2025 hin, in dem das Benutzungsentgelt für die Jahre 2025 bis 2028 festgelegt wurde. Berücksichtigt in diesem Beschluss sind die Preissteigerungen, trotz des Wegfalls des Zeltlagers. Damit beträgt beispielhaft für das erste Kind in diesem Jahr das Entgelt 127 Euro und für jedes weitere Kind werden 104 Euro fällig, wenn der Wohnort Hemsbach ist.
Die Änderungen der Benutzungsordnung der Ferienspiele wurden einstimmig beschlossen.
Das Jugendzentrum, 1973 von Jugendlichen gegründet, ist an fünf Tagen in der Woche für Jugendliche eine gern angenommene Anlaufstelle und in diesem Jahr organisieren die Mitarbeiter zum 47. Mal die Ferienspiele. Es werden in diesem zehntägigen Programm attraktive und abwechslungsreiche Programmpunkte angeboten. Dazu gehören der Besuch im Heidelberger Zoo und im Freizeitpark Lochmühle, aber auch Besuche im Kurpfalzpark und im Luisenpark sind geplant. (bn)
