Heute blicken wir 36 Jahre zurück: Vom 8. bis 10. Dezember 1989 wurde das Kulturzentrum „An der Halle“ in Nellingen eingeweiht. Es war mit umgerechnet 17,6 Millionen Euro das bis dahin größte kommunale Bauprojekt Ostfilderns und ein Meilenstein in der Geschichte der jungen Stadt. Tausende kamen zum Festwochenende und besuchten die Konzerte, Vorführungen und Ausstellungen. Die Stadtrundschau schrieb von einem „wahren Volksfest“.
Das Areal „An der Halle“ war bis 1978 das Depot und die Zentrale der Straßenbahn END gewesen. Nach ihrem Ende scheiterte eine Initiative, die das Depot gerne zu einem Straßenbahnmuseum mit angeschlossener Museumsstrecke nach Neuhausen gemacht hätte. Die offene Halle mit ihrem Zollingerdach erinnert heute noch an diese Straßenbahn-Vergangenheit. 1986 begannen die Bauarbeiten. Das Projekt hatte drei Ziele: Stärkung des Dienstleistungsbereichs (zum Beispiel Post und Ladengeschäfte), Verbesserung von Angeboten für Senioren (zum Beispiel Betreutes Wohnen) und vor allem: Schaffung attraktiver Räumlichkeiten für die städtische Musikschule und die Volkshochschule. Ein professioneller Theatersaal für die kommunale Veranstaltungsarbeit kam hinzu. Kein Wunder staunte Regierungspräsident Dr. Udo Andriof bei der Eröffnung, er habe „etwas Ähnliches bisher nur in Boston und Paris gesehen“. Ostfildern bewies sich als ambitionierte Reformstadt.


