
Der Fischerei-Verein Mosbach und Umgebung e. V. feiert sein 50-jähriges Jubiläum,
ständig im Einsatz für den Erhalt unserer heimischen Fischarten in Elz und Neckar, gut organisiert, steht er für die Tradition des Angelns ein, fördert die Fischerjugend, gibt Fischerkurse und veranstaltet Fischerfeste in Neckarelz.
HEGEN PFLEGEN BEWAHREN schrieben sich die Mitglieder des Fischerei-Vereins Mosbach und Umgebung e. V. seit 50 Jahren auf ihre Fahne, ersichtlich im Vereinswappen dargestellt, das Wappentier von Neckarelz, der Fisch für die lang praktizierte Fischerei im Neckar und auch im Elzbach, Elz historisch übersetzt, der Bach umsäumt von Erlen. Und ja, direkt an der Mündung der Elz in den Neckar trafen sich die Gründungsmitglieder immer wieder zum gemeinschaftlichen Angeln und entschlossen sich, die organisierte Fischerei voranzutreiben und gründeten den später größten Anglerverein in der Umgebung. Wer kennt sie noch, die Neckarelzer Backfischfeste mit tausenden Besuchern des Vergnügungsparks und mit großem Festzelt auf dem Messplatz?
Durch viele freiwillige Arbeitsstunden und Urlaubstage wurde das weit bekannte mehrtägige Volksfest mit vielfältiger Fischbewirtung, musikalischen Highlights, Sportveranstaltungen und Brilliant-Feuerwerken gestemmt, heute leider nicht mehr umsetzbar in unserer schnelllebigen Zeit mit weniger Mitgliedern und den Veränderungen in der Arbeitswelt. Aber immer noch veranstaltet der Verein mit 140 Mitgliedern jährlich zwei gut besuchte Fischerfeste am Fischerheim: An der Elz Nr. 3 in Neckarelz, wie passend die Adresse, die Einfahrt liegt genau gegenüber der ELAN-Tankstelle. Genügend Parkplätze gibt es am Messplatz.
Leckeren Flammlachs über Buchenholzfeuer gegart, frittiertes Fischfilet, Fischbrötchen und traditionell die frisch geräucherte Forelle und gegrillte Forelle vom Holzkohlefeuer mit herzhaften Beilagen wie Grillkartoffeln, Brötchen, Kartoffelsalat, Knoblauchsauce, Kartoffeltaschen und Farmersalat werden immer am 2. Sonntag im September beim Fischerbesen, heuer der 14. Fischerbesen, am 14.09.25 von 11 bis 17 Uhr angeboten. Vegetarische Alternativen zu Fisch sind ebenfalls im Angebot. Zudem eine reiche Auswahl an kalten Getränken, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Beim jährlichen 1.-Mai-Fest darf es auch an gegrillten Steaks und Würsten, sowie Pommes nicht fehlen für die Mai-Ausflügler. Frische Räucherforellen und geräucherte Lachsseiten oder Räucherlachs-Filets werden zusätzlich mehrfach im Jahr an Karfreitag, auf Weihnachten und Silvester angeboten, die Bevölkerung nimmt an den etablierten Gourmet-Aktivitäten rege teil. Vielen Dank dafür und gerne heißt es bald wieder: Herzlich willkommen beim „Neckarelzer Fischerverein“, wie der FV Mosbach und Umgebung e. V. oftmals nur genannt wird.
Allen Gästen und derzeit im Verein in Verantwortung stehenden Mitgliedern und Mitwirkende bei der Organisation und Durchführung der Jubiläumsfeier am 12.07.2025 sprach der 1. Vorsitzende Thomas Nawotka, seit 1999 im Amt, nach der Begrüßung und anschließender Totenehrung verstorbener Mitglieder, seinen Dank und Anerkennung aus. Er wünschte dem Fest einen schönen Verlauf und für die folgenden Jahre gutes Gelingen der Vereinsarbeit, mit weiterhin viel Idealismus, Geschick und Weitsicht das Erreichte der letzten 50 Jahre fortzusetzen und zu bewahren. Ein dickes Lob galt auch an die Sponsoren der Firmengeschenke, die als Gewinne bei den Spiele-Aktivitäten wie Angelziel-Werfen (Casting), Schätzfrage und dem Vereins-Fragebogen-Wettbewerb ausgegeben werden konnten. Bis zum gemeinsamen Abendessen gaben weitere Festredner ihre Glückwünsche an die Jubiläumsgesellschaft mit ca. 100 Teilnehmern, den Gästen und Mitgliedern mit ihren Partnern und Familien ab.
Herr Georg Nelius Oberbürgermeister Vertreter, (ehm. MdL) Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion überbrachte die Glückwünsche der Stadt Mosbach und wies auf die gute, teils sehr persönliche Zusammenarbeit hin. Ein Verein, der ein halbes Jahrhundert fischereiliche Erfolge, eine bewegte Geschichte erlebt hat, der aber zu jeder Zeit auf einen unerschütterlichen Gemeinschaftsgeist bauen konnte, darf mit gutem Grund und jedem Recht dieses Jubiläum feiern. Die vielfältigen gesellschaftlichen Aktivitäten des Vereins, heute nicht mehr aus dem Stadtleben wegzudenken, sind alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Praktische Beispiele dazu sind die Einrichtung des Fischlehrpfades, natürlich die mehrfachen Gewässer- und Ufer-Reinigungen, die Bereitstellung hunderten angespitzter Haselnuss-Stecken, die beim jährlichen Sommertags-Umzug von den vielen teilnehmenden Mosbacher Kindergartenkindern und Schülern genutzt werden, um die Brezeln der Bäckerinnung aufzustecken, schön geschmückt mit Bastelmaterial, alles von der Stadt Mosbach zur Verfügung gestellt. Herr Franz Otto Kipphan verteilt traditionell vorab die Stecken und Bastelmaterialien, dazu gestalten die Kinder auch noch ihre bunten Kostüme für dieses schöne Event. Die vieljährige Teilnahme des Fischerei-Vereins beim Mosbacher Sommer beim Folk-Festival, Frühlingfest. Das Kinder-Ferientag-Programm der Stadt Mosbach soll auch nicht unerwähnt bleiben, hier wurden bis zu 40 Kinder betreut und bewirtet, bei einer Gewässerbegehung über die Flora und Fauna der Elz und des Neckars informiert und ein betreutes Kinder-Angeln in Kleingruppen durch die vielen Vereinshelfer durchgeführt. Die vor Ort im Workshop gebastelten Boote der Kinder durften dann auch noch eine Elz-Regatta machen, wobei hierbei immer viel Freude und Spaß aufkam.
50 Jahre Vereinsgeschichte ist ein Grund zum Feiern, ist aber auch Anlass, sich dankbar derer zu erinnern und denen zu danken, die damals die Initiative ergriffen haben, Frauen und Männern, die einen Großteil ihrer Freizeit der Fischerei gewidmet haben. Sie haben als ehrenamtliche Funktionäre und Helfer eine vorbildliche und unbezahlbare Arbeit geleistet. Aus diesem Grunde übernahm Herr Georg Nelius als Oberbürgermeister-Vertreter sehr gerne die Laudatio und die Überreichung der Ehrenmitglieds-Urkunden, Präsente und des Blumenstraußes für die Dame. Die drei anwesenden Jubilare Iris und Werner Kaller und Lothar Krüger, die bereits an der Jahreshauptversammlung im März dieses Jahres zur 50-jährigen Vereinstreue geehrt wurden, wurden nun allesamt an der Jubiläumsfeier zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Albert Ritter und Ludwig Frank, die beide auch im Gründungsjahr in den Verein eintraten.
Auf dem Foto von links nach rechts, Oberbürgermeister-Vertreter Georg Nelius, Thomas Nawotka, 1. Vorsitzender, Iris Kaller, Werner Kaller und Lothar Krüger, beide Vereinsheim-Warte und Jugendwart Hans-Martin Poleretzky. Auf dem Bild fehlten leider die ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannten Albert Ritter und Ludwig Frank, die beide auch im Gründungsjahr in den Verein eintraten.
Herr Joachim Schneider, 1. Vorsitzender der Fisch-Hege-Gemeinschaft Badisch-Hessisches Neckartal e. V. und gleichzeitig 1. Vorsitzender des Zwingenberger Angelvereines dritter Redner, anlässlich der Jubiläumsfeier im Foyer der Pattberghalle in Neckarelz lobte die jahrzehntelange tatkräftige Mitarbeit des Fischerei-V ereins Mosbach und Umgebung e.V. innerhalb des Zusammenschlusses der FHG, das sind 9 Angelvereine von Mosbach bis Neckarsteinach am Neckar gelegen.
Der 1. Vorsitzende erläuterte im Anschluss noch wissenswertes über die Arbeit im Fischerei-Verein und zur interessanten Frage: Was kann man als Angler, Jugendfischer, Wiedereinsteiger in „das spannendste Hobby der Welt“ oder als Absolvent der angebotenen Frühjahrs- und Herbst-Vorbereitungskurse zur Staatlichen Fischerprüfung Baden-Württemberg erleben beim Fischerei-Verein Mosbach? Ja, auf alle Fälle darf man die Lust auf Natur und Angeln in vielfältiger Art und Weise durch die vielen Vereins-Aktivitäten umsetzen und gemeinschaftlich daran teilnehmen. Aktives Angeln beruhigt die Seele und verhilft zur Entspannung aus dem stressigen Arbeitsalltag unserer hektischen Zeit durch bewusstes Erleben der Natur und vermittelt das Gefühl der inneren Ruhe. Eine nachhaltige Fischerei auf sich selbst erhaltende Fischbestände sind das Ziel. Daher beschränkt sich der Artenschutz nur auf einheimische Fische, die mit erwirtschafteten Eigenmitteln besetzt werden. In der Elz werden Besatzfische der Bachforelle und Äsche und im Neckar wird der Fischnachwuchs der folgenden heimischen Fischarten, ebenfalls durch Erhaltungsbesatz verstärkt: Quappen, Aale, Hechte, Zander, also die seltenen Raubfische und bei den Friedfischarten die Karpfen, Rotaugen und Rotfedern in beachtlicher Anzahl und mit ebenso hohem finanziellem Aufwand und freiwilligen Arbeits- und Bootstunden. Warum das unbedingt notwendig ist, erklärt sich an den veränderten Bedingungen an und in unseren Gewässern: Die natürliche Verlaichung der Fische ist zu gering und ist kaum noch erfolgreich, daher sind die Besatzmaßnahmen sehr wichtig.


