
Das 56. Wunschkonzert des Musikvereins Malmsheim am 21. März in der Rankbachhalle steht in diesem Jahr ganz im Zeichen eines besonderen Abschieds: Nach über 15 Jahren wird Michael Schanz zum letzten Mal das Sinfonische Blasorchester bei diesem Konzert dirigieren. Sein präziser Stil, seine musikalische Handschrift haben das Orchester über viele Jahre geprägt.
Den Auftakt gestalten das Jugendblasorchester und die Jugendgruppe unter der Leitung von Michael Girin. Ihr Programm reicht von originaler Blasmusik über Filmmusik bis zu modernen Pop‑Arrangements, darunter Musik von Amy Winehouse.
Im zweiten Teil übernimmt das Sinfonische Blasorchester und präsentiert ein breites Spektrum sinfonischer Blasmusik, ergänzt durch Rock‑, Swing‑ Filmmusik und traditionelle Titel.
Vorverkauf bei allen Musikern, der Metzgerei Eisenhardt und der Homepage des MVM.
In dieser Ausgabe der Stadtnachrichten stellen wir einzelne ausgewählte Werke im Detail vor.
Benjamin Yeo stammt aus Singapur und zählt zu den prägenden Stimmen der jungen internationalen Blasorchesterszene. At the Break of Gondwana greift die Entstehung und das Auseinanderbrechen des urzeitlichen Superkontinents auf und übersetzt diese Idee in eine klare, bildhafte Klangsprache. Weite, ruhige Flächen stehen im Kontrast zu kraftvollen rhythmischen Passagen, die die tektonischen Kräfte musikalisch nachzeichnen. Die farbige Orchestrierung fordert präzises Zusammenspiel und sorgt für ein modernes, energiegeladenes Klangbild, das dem Konzertprogramm eine markante zeitgenössische Note verleiht.
Bamboleozählt zu den bekanntesten Titeln der Gipsy Kings und verbindet lateinamerikanische Rhythmen mit dem charakteristischen Gitano‑Sound der Band. Gerald Oswalds Arrangement überträgt diese Energie wirkungsvoll auf das Blasorchester: prägnante Grooves, markante Bläserfiguren und ein kompakter, rhythmisch präziser Gesamtklang prägen das Stück. Die eingängige Melodie und der stetige Puls verlangen saubere Artikulation und lebendige rhythmische Präsenz. So entsteht ein farbenreicher, mitreißender Beitrag, der dem Konzertprogramm eine temperamentvolle, populäre Note verleiht.
Thierry Deleruyelle verbindet in High Voltage die Energie des Big‑Band‑Swing mit der Klangfülle des modernen Blasorchesters. Treibende Rhythmen, markante Riffs und ein klarer, pulsierender Groove prägen den Charakter des Stücks. Die typischen Swing‑Phrasierungen im Blech, schnelle Wechsel zwischen Staccato‑Akzenten und weichen Linien sowie das präzise Zusammenspiel zwischen Rhythmusgruppe und Ensemble fordern das Orchester musikalisch wie technisch.
Deleruyelle nutzt die stilistische Sprache des Swing, ohne sie zu imitieren: kompakte Bläsersätze, pointierte Synkopen und ein durchgehend federnder Puls verleihen dem Werk eine lebendige, mitreißende Wirkung. High Voltage setzt damit einen schwungvollen, modernen Akzent im Konzertprogramm und zeigt, wie kraftvoll und farbig Swing im sinfonischen Blasorchester klingen kann.


