Aus Anlass ihres 625-jährigen Bestehens lädt die St. Urbansbruderschaft am Pfingstmontag, 25. Mai zur Mitfeier des Patroziniums des heiligen Urban um 10 Uhr zum Festgottesdienst in die Wallfahrtskirche Weggental ein.
Im Anschluss wird bei einem kleinen Umtrunk auf das Jubiläum angestoßen.
Die Urbansbrüder – manch Rottenburger kennt sie nur vage - sie treten lediglich bei wenigen Anlässen im Jahr in Erscheinung. Und doch feiern sie in diesem Jahr ihr 625-jähriges Jubiläum. Die St. Urbansbruderschaft ist ein fester und andauernder Bestandteil der Rottenburger Stadtgeschichte.
Gegründet um das Jahr 1401, ist die Bruderschaft eine der wenigen bis heute existierende Bruderschaften in unserer Region.
In früheren Zeiten oblag die Aufsicht des Weinbaus der St. Urbansbruderschaft, sie führte diese im Auftrag der jeweiligen Landesherren aus. Die Urbansbrüder bestellten Felder und Weinberge und waren für deren Bewirtschaftung verantwortlich. Man mag es sich heute kaum mehr vorstellen, aber im Mittelalter spielte der Weinbau in Rottenburg eine, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, zentrale Rolle.
Zudem besaß die Bruderschaft das Strafrecht für Vergehen in Weinbergen und Feldern und führte öffentliche Bestrafungen aus.
Die Entlohnung für ihre Dienste erfolgte in der Zuteilung von Weinlieferungen.
Ein Relikt aus dieser Zeit ist das auf der dem Weggental gegenüberliegenden Höhe das „Huthüttle“.
Die 24 Urbansbrüder stammten und stammen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten. Auch nach dem Rückgang des Weinbaus blieb die St. Urbansbruderschaft erhalten und fühlt sich bis heute ihren bisweilen archaisch anmutenden Traditionen verpflichtet und verbunden.


