Über die Königsdisziplin von 72 Kilometern und 4150 Höhenmetern hat sich Jana Klaiber aus dem Oberen Enztal (SCOTT Running Team) den dritten Rang erkämpft. Es war das erste Mal, dass dieses Trailrunning-Event am Hochkönig in Maria Alm über diese extreme Distanz ausgetragen wurde.
Start in der Morgendämmerung und die Suche nach dem Rhythmus
Ein langer Tag lag vor den rund 160 Frauen und Männern, als pünktlich um einen Wimpernschlag vor fünf Uhr morgens in Hinterthal der Startschuss für die Mutigsten fiel. Für Jana Klaiber galt von Anfang an die oberste Prämisse: bloß nicht zu schnell loslaufen, sich nicht mitreißen lassen und den eigenen Rhythmus finden. Am Arthurhaus wurde nach rund zwei Stunden die erste Zwischenzeit genommen. Zu diesem Zeitpunkt rangierte die Enztälerin auf Platz vier – zwar vier Minuten hinter der drittplatzierten Tschechin Marcela Vasinova, aber mit den Verfolgerinnen dicht im Nacken.
Die Schlüsselstelle: 1000 Höhenmeter zum Statzerhaus
Auch nach rund sechs Stunden in Dienten änderte sich nichts an der Rangliste. Doch nun standen die Athleten vor einer gewaltigen Herausforderung: Nach knapp 50 Kilometern und bereits rund 3000 Höhenmetern in den Beinen galt es, noch einmal 1000 Höhenmeter hinauf zum Statzerhaus auf 2100 Metern über dem Meeresspiegel zu bewältigen.
Motivationsschub an der Verpflegungsstation
Nach acht Stunden Wettkampf lief Jana Klaiber schließlich an der Verpflegungsstation Statzerhaus ein – und lag nun überraschend auf Rang drei der Damenwertung. „Nach hinten nur zwei Minuten Luft, gib alles!“, so die knapp formulierten Anweisungen ihrer jüngeren Schwester Daria, die als Betreuerin fungierte. Während eines akribisch eingeübten Ablaufs wurden eiligst die Taschen ein letztes Mal mit Riegeln und Energiedrinks vollgestopft. Vor den Läuferinnen lagen jetzt noch 200 Höhenmeter bergab, nochmals 200 Höhenmeter bergauf und danach der finale, 1200 Höhenmeter lange Abstieg.
Mit Adrenalin und Vollgas ins Ziel
Ohne einen Blick für die umliegende, atemberaubende Bergwelt zu verschwenden, motiviert durch die Sprüche der kleinen Schwester, die Arterien randvoll mit Kohlenhydraten angereichert und vom Adrenalin beflügelt, stürzte sich die 28-Jährige die unendlich scheinenden Kehren hinab. Am Ende gelang es ihr, ihre französische Verfolgerin Margot Navarro um zwei weitere Minütchen zu distanzieren. Bei zehn Stunden und vier Sekunden blieb die Uhr für Jana Klaiber im Ziel von Maria Alm schließlich stehen.
Der letzte Anstieg des Tages – nämlich hoch auf das Podest – erzeugte zwar sichtliche Anstrengung, war aber gerade noch so machbar und wurde mit einem außergewöhnlich schönen Pokal belohnt. (nk/red)


