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Gefeiert wird mit einem Rockkonzert

75 Jahre Pfadfinderstamm St. Georg Langenbrücken

„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt“, ist das Leitwort.
Ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit der Pfadfinder sind die Sommerlager mit Lagerfeuer. Sein 75-jähriges Bestehen feiert der Pfadfinderstamm St. Georg Langenbrücken allerdings mit einem Rockkonzert.Foto: Pfadfinder

„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt“, hinterließ Robert Baden-Powell of Gilwell, Gründer der Pfadfinderbewegung, in seinem Abschiedsbrief seinen Scouts, und bis heute ist dies das Leitwort. 1907 wurde von dem britischen General das erste Pfadfinderlager durchgeführt und aus seinen Erfahrungen heraus entwickelte er in seinem kurz darauf erschienenen Buch „Scouting for Boys“ eine eigenständige Bewegung, die als Pfadfindermethode bezeichnet wird.

In Deutschland waren die ersten Jahre nach dem Krieg bei vielen Jugendlichen geprägt vom Verlangen nach Neuorientierung und vor allem dem Wunsch nach freier Entfaltung. Jugendverbände versuchten, sich wieder neu zu konstituieren. Mit dem Wunsch, jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, ihre Lust am Entdecken und Abenteuer zu fördern, aber auch Verantwortung zu übernehmen, gründete Franz Weber 1951 in Langenbrücken den Pfadfinderstamm St. Georg. 75 Jahre ist dies nun her. Bis heute sind die Pfadfinder in Langenbrücken ein wichtiger Bestandteil im Ortsleben.

Blick in die Stammesgeschichte

Grund genug zu feiern, aber auch einen Blick in die Stammeschronik zu werden. Alles begann mit einer Handvoll begeisterter Jungen – Mädchen kamen erst später dazu –, die sich zur Pfadfindersippe „Wildtauben“ zusammentaten. Der erste Kurat und Pfadfindergeistliche Pfarrer Berger stellte einen Raum im Keller des Josefhauses (Kindergarten) zur Verfügung, den die Jugendlichen begeistert herrichteten und „Bunker“ genannt wurde. Im selben Jahr nahm der neu gegründete Stamm schon am ersten Landeslager der DPSG – Diözese Freiburg in Herrenwies im Schwarzwald teil. Der Gau, später Pfadfinderbezirk Bruchsal, konstituierte sich 1952 auf dem ersten Gaulager auf der Rheinschatzinsel, und es gab eine Sommerfahrt mit dem Fahrrad ins Allgäu. Das erste selbstgeschneiderte Stammesbanner ist noch heute im Besitz des Stammes. Eine Ausstellung der DPSG mit dem Thema „Tun und Wollen“ der Jugend fand 1954 im neuen Schulhaus statt. Karl Huber besuchte als Vertreter des Stammes das Weltjamboree in Kanada, an dem 12.000 Pfadfinder teilnahmen. Ein besonderes Erlebnis für die „Georgs-Ritter“ aus Langenbrücken dürfte 1956 die Sommerfahrt nach Market Drayton in Großbritannien gewesen sein. Unzählige Pfingst-, Sommer- und Winterlager sollten folgen, und bis heute findet ein Sommerlager statt. 1966 wurde die Scheune der Familie Schäfer am Gewann „Kräutergärten“, vormals Sommerresidenz des Kath. Kindergartens, gepachtet und mit dem Umbau begonnen. Unter dem Motto „Flinke Hände – Flinke Füße“ gab es und gibt es bis heute Arbeitseinsätze. So wurde mit Veranstaltungen die Lebenshilfe oder die Aktion Sorgenkind unterstützt. 1975 gab es einen herben Rückschlag, als das Pfadfinderheim in den Kräutergärten abbrannte, aber schon 1977 fand das erste Gartenfest im wiederaufgebauten Heim statt. Einen ganz besonderen Teil der Stammesgeschichte nimmt der Bau des Pfadfinderheims statt, das zum großen Teil in Eigenarbeit erbaut wurde und bis heute Treffpunkt ist. Ein Blick in die Historie zeigt, dass es schon damals vom ersten Antrag 1979 an die Gemeinde, ein Grundstück zur Schenkung an die DPSG zu erwerben, bis zur Fertigstellung ein weiter Weg war. Eine Bauvoranfrage wurde vom Landratsamt 1988 aus Naturschutzgründen noch abgelehnt. 1991 wurde dann das Grundstück „Aue“ durch die Pfadfinder erworben. Positive Zuschussbescheide gab es 1991 vom Erzbischöflichen Ordinariat, der Gemeinde und des Landratsamtes, und im Frühjahr 1992 konnte der Bau beginnen. Alle verwendeten Ziegel stammten laut Prägung aus den 30er-Jahren und wurden Stück für Stück vom ehemaligen Anwesen Wampfler, wo jetzt das Feuerwehrhaus steht, abgetragen, gereinigt, gelagert und wiederverwendet. Man kann sich also vorstellen, wie viel Arbeit nötig war, bis das gemütliche Heim am 24. April 1994 schließlich feierlich eingeweiht werden konnte.

„Am wichtigsten ist die Gemeinschaft“

Bis heute sind die Pfadfinder als Ausdruck der Zusammengehörigkeit an ihrer Kluft mit sandfarbenem Hemd und dem jeweils farbigen Stufenhalstuch zu erkennen. Orange steht für Wölflinge, Blau für Jungpfadfinder, Rot für Rover und Grau für Leiter. So sind sie auch im Pfadfinderzelt auf dem Jahrmarkt in Langenbrücken ein wichtiger Teil der Tradition. Regelmäßig beteiligt sich der Stamm mit dem Programm „Einen Tag bei den Pfadfindern“ am Ferienprogramm. „Am wichtigsten ist die Gemeinschaft“, sagen die Mitglieder der Leiterrunde, die derzeit das Zeltlager im Sommer vorbereiten, das in diesem Jahr in der Nähe von Salzburg stattfindet. Jedes Jahr wird das Friedenslicht aus Bethlehem in die Pfarrkirche St. Vitus gebracht und kann ab dem 3. Advent abgeholt werden.

Viele Veranstaltungen zum Jubiläum

35 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 15 werden derzeit bei den Pfadfindern aktiv. Dazu kommen sechs Rover und das Leiterteam. Neben vielen Veranstaltungen wird es zum Jubiläum auch ein großes Stammestreffen in Langenbrücken geben.

Ordentlich krachen lässt es die Pfadfinderschaft am 6. Juni mit einem Rockkonzert. Die Gruppen „The Last Generation“, „We Rock“ und „Inflagranti“ werden ab 18 Uhr dem Publikum in der Kraichgauhalle ordentlich einheizen. Das Konzert ist kostenlos.

Das traditionelle Gartenfest am Sonntag, 21. Juni, steht im Zeichen des Jubiläums und wird wie immer mit einem Feldgottesdienst eröffnet. Gutes Essen und Livemusik wird es auch im Zelt der Pfadfinder auf dem Jahrmarkt Anfang Oktober geben. (cm)

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exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
20.05.2026
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