
Gemeinde legt mit NABU und Land Flächen mit Wildpflanzen an für mehr biologische Vielfalt, gegen das Insektensterben
Stuttgart/Abstatt– Erfolgreich beworben: Im Förderprojekt „Natur nah dran“ konnte sich Abstatteinen der begehrten 15 Plätze für 2026 sichern. Die Gemeinde wird nun, zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. „Abstatt hat uns mit dem frühzeitigen Einbezug der Einwohnerschaft und konkreten Ideen für die naturnahe Gestaltung der Flächen überzeugt“, sagt Projektleiter Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg. „Wir gratulieren und freuen uns darauf, die Vorschläge gemeinsam umzusetzen.“
Mit großer Freude nahm BM Klaus Zenth die Aufnahmenachricht entgegen:
„Die Aufnahme in das Förderprojekt ‚Natur nah dran‘ ist für Abstatt eine große Auszeichnung und zugleich Ansporn. Mit dem Projekt machen wir unsere Gemeinde Stück für Stück bunter und lebendiger und tragen weiterhin aktiv zur Förderung der biologischen Vielfalt bei. Mit Unterstützung von NABU und Land zur naturnahen Umgestaltung setzen wir ein sichtbares Zeichen für mehr Artenvielfalt – direkt vor unserer Haustür und für kommende Generationen.“
Wo und wann gestaltet Abstatt Flächen naturnah um?
In Abstattist die Umwandlung von Flächen an insgesamt 11 Standorten geplant, unter anderem im Bürgerpark, entlang der Schozachstraße und in Happenbach.
Los geht es Ende April, wenn Mitarbeitende der Gemeinde an der ersten Schulung in der erfahrenen „Natur nah dran“-Kommune Durmersheim teilnehmen. Anschließend erhält AbstattBesuch von Naturgartenfachleuten und dem NABU-Projektteam: Gemeinsam werden die Flächen vor Ort besichtigt und überlegt, welche Maßnahmen sich für den jeweiligen Standort eignen. Die Umgestaltung der Flächen findet im Herbst statt. Das nötige Fachwissen erhalten die Mitarbeitenden des kommunalen Bauhof in drei weiteren Schulungen bis zum Sommer nächsten Jahres. Dort lernen sie verschiedene Methoden für das Anlegen und Pflegen naturnaher Wildpflanzenflächen kennen.
Jeder Quadratmeter zählt für Wildbienen und Schmetterlinge
Insekten wie Scherenbienen oder Schwalbenschwanz-Falter benötigen dringend mehr Lebensräume. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Auch kommunale Flächen bieten großes Potenzial, um sie zu unterstützen: Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen werden mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen als Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen.
15 neue „Natur nah dran“-Kommunen
Seit 2016 wurden bei „Natur nah dran“ über zehn Prozent aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg gefördert. Für die diesjährige Förderrunde hat die Jury aus Umweltministerium, NABU, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg folgende Kommunen ausgewählt: Abstatt, Albstadt, Altensteig, Bad Säckingen, Breisach am Rhein, Igersheim, Ilvesheim, Jagstzell, Külsheim, Marxzell, Mauer, Neuenbürg, Nußloch, Weil am Rhein, Weinheim.
Hintergrund:
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300.000 Quadratmeter naturnah um.
Weitere Informationen: www.Naturnahdran.de