
Die Fangemeinde wächst und die Begeisterung für den ACK Kurpfalz steigert sich von Jahr zu Jahr, denn der Staufersaal war bis auf wenige Restplätze am vergangenen Sonntag ausverkauft. Unter den zahlreichen Gästen waren neben Bürgermeister Ludwig Sauer, ein echter Fan des ACK, auch Vertreter befreundeter Vereine und des Harmonika-Verbandes.
Der Akkordeon-Club Kurpfalz hatte zu seinem traditionellen Herbstkonzert eingeladen, das unter dem Titel „Filmmusik – Musicals“ stand. Die Titel waren mit Bedacht gewählt, denn der größte Teil der Stücke war den Besuchern bekannt und sie wurden mit den entsprechenden Filmen assoziiert.
Den Auftakt des Abends machte das Jubiläumsorchester unter der Leitung von Brygida Lorenz und das mit einem Fingerschnipsen. Denn mit ebendiesem wurde das Licht im Staufersaal gelöscht, ehe die ersten Töne von „Spiel mir das Lied vom Tod“ des Italieners Ennio Morricone erklangen.
Sofort erschienen vor dem inneren Auge die Szenen beim ersten Aufeinandertreffen von Henry Fonda und seines Widersachers Charles Bronson am Bahnhof oder die Szene mit Chason Robards, der auf seinem Pferd in die Wüste ritt, um dort zu sterben.
Schon bei diesen beiden Stücken wurde die Finesse deutlich, mit denen die Akkordeonisten die Melodien auf ihren Höhepunkt treiben können. Großartige Unterstützung erhielten sie während des gesamten Konzertes von den beiden Perkussionisten Timo Mantz und Leon Weissmann.
Weiter ging die musikalische Reise durch die Hollywood-Dramen mit dem Titelsong aus „Die Dornenvögel“, in dem der jüngst verstorbene Richard Chamberlain als Priester brillierte und seine Geliebte dem schnöden Mammon vorzog. Es folgten die Titelmelodien aus „The Mask of Zorro“ und einem Medley aus „Mary Poppins“.
Aus Webbers Musical „Cats“ durfte die Popballade „Memory“, welche vom Schicksal der Katze Grizabella handelte, nicht fehlen. Doch auch Grizabella erhielt eine zweite Chance, ebenso wie die Nonne Deloris aus „Sister Act“, dessen Titelsong „I will follow him“ eine echte Herausforderung für die MusikerInnen war.
Denn die unterschiedlichen Tempi des Stückes wurden vom Orchester bravourös gemeistert. Mit der Musik aus der „Muppet Show“ verabschiedete sich das Orchester in eine kurze Umbaupause, ehe die Jugend ihren großen Auftritt hatte.
Die Moderation des Abends übernahm Charlotte Leid, die eigens aus dem Schwarzwald angereist war, mit Sprachwitz sowie kleinen Informationen über die Stücke des Konzertes. Sie berichtete davon, dass ein paar Jungen und Mädchen erst im Oktober zum Jugendorchester gestoßen seien und durch stetiges Üben es geschafft hätten, am Konzert teilzunehmen.
Den Zuwachs der Jugend zum ACK erklärte sie durch die Kooperation des Vereins seit 2022 mit der Musikschule Südliche Bergstraße, deren Leiterin Nadine Bösing auch gleichzeitig musikalische Leiterin beim ACK ist. Den Jung-Akkordeonisten bemerkte man keinerlei Nervosität bei ihrem Auftritt an.
Nadine Bösing führte sie sicher durch die Titelauswahl von „Der, die das“, „Games of Thrones“ und „Mamma Mia“, auch wenn das eine oder andere Tönchen verpasst wurde. Langanhaltender Applaus war die Belohnung für das wochenlange Üben. Als Zugabe hatten sich die Jugendlichen den Titelsong aus „Star Wars“ gewünscht mit Begleitung des Konzertorchesters, und dieser wurde perfekt gemeistert.
Den dritten Konzertblock gestaltete das Konzertorchester unter der Leitung von Nadine Bösing. Hierbei wurden noch einmal alle Register (im wahrsten Sinne des Wortes) gezogen, um die Besucherinnen von der Variabilität und der Virtuosität der Tastenakrobaten zu überzeugen.
Bei einem „Best of Grease“ tanzten John Travolta und Olivia Newton-John vor dem geistigen Auge. Bei „Out of Africa“ kam den Besuchern Robert Redford in den Sinn, der Meryl Streep in der Rolle der Karen über die Weiten von Afrika fliegt.
Aus dem Musical „A Chorus Line“ (6000 Vorstellungen am Broadway) spielte das Orchester „One“, ehe bei „Ghostbusters“ zum kollektiven Mitsingen angestimmt wurde. Die Melodien aus dem düster-traurigen „Les Miserables“ beendeten das reguläre Programm, doch das Publikum forderte selbstverständlich eine Zugabe.
Die Titelmelodie aus „Das Phantom der Oper“ beendete einen Abend aus Professionalität und einer Leidenschaft bei den MusikerInnen, die während des gesamten Abends zu spüren war. Den beiden Verantwortlichen Brygida Lorenz und Nadine Bösing wurde dafür mit einem Blumengruß des Orchesters gedankt.
Fazit des Abends: Viele Filme dieser Welt wären ohne die titelgebenden Melodien sang- und klanglos untergegangen. Doch die Musik hält sich auch nach Jahrzehnten noch am Leben, und die Menschen freuen sich, diese instrumental oder gesanglich dargeboten zu bekommen.


