Tief im Gärtlein strahlt es helle,
lasst uns ziehn zur Lichtesquelle,
langsam schreiten wir hinein.
In dem dunklen Moosesgarten
viele Lichtlein auf uns warten,
dass erstrahle goldner Schein.
Keine Flamme, lichte Kerze,
strahle tief auch mir ins Herze,
dass darin es helle sei.
Nicht für mich will ich's entzünden,
allen Menschen soll es künden!
"Weihnacht, Weihnacht kommt herbei!“
(Autor unbekannt)
Am Freitag, den 28.11.2025 war es wieder so weit. Die Familien des Waldorfkindergarten Köngens feierten ein Ritual, das uns in die Adventszeit hineinführt - das Adventsgärtchen.
In unserem Waldorfkindergarten wird das Adventsgärtchen immer kurz vor dem ersten Advent gefeiert. Eine große, raumfüllende Spirale aus Moos wird dazu im Eurythmiestudio auf den Boden gelegt. Auf der Moosspirale befinden sich in regelmäßigen Abständen goldene Sterne. In der Mitte der Spirale leuchtet im Dunkeln des Raumes eine große Kerze.
Es schwebt ein wohliger Duft nach Bienenwachs und „Weihnachten“ in der Luft, es ist dämmrig und nur wenige Kerzen erhellen den Raum. In einer andächtigen Stimmung, getragen von zartem Harfenspiel und dezentem Gesang kommen unsere Kinder in den vorbereiteten Raum und nehmen am Rand der Spirale Platz. Wer den Raum betritt wird fast wie von selbst still.
Nun darf sich jedes Kind mit einem vorbereiteten Apfellicht nacheinander auf den Weg in die Spirale machen, bis nach innen zum großen Licht im Herzen des Moosgärtchens. Dort wird das kleine Licht am großen entzündet und behutsam der Weg nach draußen wieder begangen.
Das frisch entzündete Licht wird während des Weges nach außen auf einem der goldenen Sterne abgestellt. Nach und nach wird die dunkle Spirale durch die Lichter der Kinder erhellt. Nachdem jedes Kind seinen Weg gegangen ist und man noch die nun ganz erleuchtete Spirale auf sich wirken lassen hat, ziehen die Kinder singend aus dem Raum hinaus. Wenig später dürfen sie ihr Licht draußen in Empfang nehmen und nach Hause tragen.
Das Adventsgärtlein ist eine meditative und stimmungsvolle Feier. Bei der Spirale führt der Weg von Außen nach Innen. Im Innersten ist das Licht. Das ist wie unser adventlicher Weg nach Innen, der uns auf das Licht der Geburt Christi an Weihnachten vorbereitet.
Sein Licht stellt jedes Kind zu den leuchtenden Äpfeln der anderer Kinder. Erst geht es alleine ins Innere der Spirale zum Licht. Auf dem Weg nach Außen gibt es das gewonnene Licht ab und vereint es mit den anderen Lichtern. Der ganze, vorher dunkle Raum wird mit jedem Kind heller.
Das Ritual stimmt uns und die Kinder auf die Adventszeit ein. In seiner einfachen und doch tiefgreifender Form löst die kleine Feier ein Gefühl der Ergriffenheit und Behaglichkeit aus.
"In der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht,
leuchtet hell am Himmelszelt,
schenkt sein Licht der ganzen Welt.
In der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht."
(Agnes Rosenbusch-Kämmerer)