
Tannenduft und Kerzenglanz – das bietet uns der Adventskranz
Sobald sich im November die Vorfreude auf Weihnachten einstellt, erinnern wir uns auch wieder an die alte Tradition, unsere Wohnungen mit einem Adventskranz oder einem individuell gefertigten Gesteck aus immergrünen Zweigen zu schmücken. Das Flackern der Kerzen und der Duft der Zweige schaffen an den langen Winterabenden eine wohlige und angenehme Atmosphäre. Deshalb möchten Sie der Obst- und Gartenbauverein sowie die Volkshochschule Dossenheim am Mittwoch, dem 26. November 2025, recht herzlich zum Kranzbinden in die Museumsscheuer einladen. Los geht es in der Rathausstraße 47 um 18 Uhr. Sie können ganz nach Ihrem Geschmack einen Advents- bzw. Türkranz anfertigen. Auf Wunsch erhalten Sie dabei fachkundige Hilfe und Anregungen. Wir stellen gegen eine Kostenbeteiligung Römer, Bindematerial sowie frisch geschnittenes Tannengrün und andere Pflanzenzweige zur Verfügung. Aufgrund der jährlich variierenden Trends bei Farben und Formen von Kerzen und sonstigem Dekomaterial bitten wir Sie, dieses selbst mitzubringen. Ganz wichtig ist auch, eine Gartenschere zum Schneiden der Drähte und Äste dabeizuhaben.
Anmeldungen sind bis zum 25. November 2025 über das Kontaktformular auf der Internetseite des OGV Dossenheim unter www.ogv-dossenheim.de oder über das Portal der Volkshochschule Dossenheim unter www.vhs-dossenheim.de/programm/ sowie telefonisch unter 864 555 möglich.
Über Spenden von Zweigen immergrüner Pflanzen wie Nordmanntanne, Thuja, Zypresse, Ilex u. Ä. würden wir uns sehr freuen. Nutzen Sie in diesem Fall bitte unser Kontaktformular unter www.ogv-dossenheim.de/Kontakt/ oder rufen abends nach 19 Uhr unter der Telefonnummer 06221/862724 an.
Auch wer selbst keinen Kranz binden möchte, kann natürlich gerne vorbeikommen. Der Abend lädt ebenso bei Glühwein und Plätzchen zum weihnachtlichen Plausch und Austausch in gemütlicher Runde ein.
Typische landwirtschaftliche Arbeiten im Herbst
Am zweiten Samstag im November standen beim Obst- und Gartenbauverein zwei Arbeiten auf dem Programm, die zu früheren Zeiten in dieser Jahreszeit auf dem Bauernhof erledigt wurden.
Am Vormittag stellten Hermann Gaber, Sven Gropp und Werner Schröder für einige Mitglieder Sauerkraut her. Bevor wir mit dem Krautschneiden beginnen konnten, drehten wir jeweils den harten Strunk mit dem Krautbohrer aus dem Kohlkopf. Danach legten wir den Krauthobel auf eine Wanne und schoben die Krautköpfe über den Messern hin und her, sodass feine Krautstreifen in die Wanne fielen. Danach legten wir das Kraut schichtweise in einen Tonständer, vermischten jede Schicht gut mit Salz, was dem Kohl das Wasser entzieht und es konserviert. Nun war Muskelkraft gefragt. Wir drückten das Kraut so lange mit den Fäusten, bis sich keine Luft mehr zwischen den Krautstreifen befand und die Masse komplett mit dem ausgepressten Saft bzw. der Salzlake bedeckt war. Dieses sauerstofffreie Umfeld um das Kraut ermöglicht die Milchsäuregärung und verhindert die Bildung von Fäulnisbakterien. So wurden die Ständer schichtweise befüllt, maximal bis kurz unterhalb der Oberkante oder bis alles Kraut im Ständer war. Wichtig war, das Kraut ganz mit der Salzlake zu bedecken. Zum Schluss wurde alles mit einem Wassersack beschwert, damit das Kraut unterhalb der Salzlake bleibt.
Am Nachmittag war dann für die nächste Aufgabe handwerkliches Geschick gefragt. Und zwar schärften wir unsere Hacken. Bei dieser Arbeit unterstützte uns Werner Kaul mit seiner Erfahrung an einer Esse. Die Esse ist mit die wichtigste Gerätschaft einer Schmiede. Mit ihr wird das Metall auf hohe Temperaturen erhitzt, um es zu bearbeiten und zu formen.
Unsere Esse bestand aus einem feuerfesten Tisch mit einer Vertiefung, die als Brennraum dient. Die Vertiefung füllten wir mit Kohle auf, die wir dann mit etwas Anzündholz und einem Gasbrenner zum Brennen brachten. Ein Gebläse unter der Tischplatte sorgte für die Luftzufuhr in die Brennkammer. Durch die Luftzufuhr wird die Verbrennung der Kohle intensiviert und die Temperatur im Brennraum erhöht. Wir hielten dann jedes Hackenblatt mit der Schneide so lange in die heiße Glut, bis wir es mit dem Hammer auf einer Metallplatte bearbeiten konnten. Dabei trieben wir die Schneide mit Schlägen mit einem Hammer von innen nach außen. Sobald wir mit der Form zufrieden waren, kühlten wir das Blatt in einem Eimer mit Wasser schnell ab und hielten es zum Abhärten des Metalls dann nochmals kurz in die Esse, um es daraufhin langsam abkühlen zu lassen. Zum Schluss schliffen wir die Schneide mit der Trennscheibe kurz an. Nachdem wir nun etwas Erfahrung mit der Esse haben, werden wir beim nächsten Mal auch weitere Mitglieder zum gemeinsam „Schmieden“ einladen.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten recht herzlich.
W. Schröder


