Nussbaum-Logo
Stadt zieht Konsequenzen:

After-Show-Partys nach dem Stocherkahnrennen

Die Stadtverwaltung hat die Vorfälle im Zusammenhang mit den After-Show-Partys nach dem Stocherkahnrennen am 4. Juni aufgearbeitet.
Foto: Jedsada Naeprai / AdobeStock

Sie hat nun auch erste Konsequenzen gezogen. Anlass waren zahlreiche Beschwerden über die Lautstärke der Musik sowie die erheblichen Müllmengen in der Altstadt.

Im Bereich des Restaurants 1821 sowie in der Pfleghofstraße beim Schwarzen Schaf hielten sich im Laufe des Tages und Abends mehrere hundert beziehungsweise zeitweise rund tausend Menschen auf. Für die anfallenden Müllmengen standen nicht ausreichend Behälter zur Verfügung. Entsprechend stark war die Vermüllung der betroffenen Bereiche.

Die Prüfung der Genehmigungen hat ergeben, dass für die Musik eine klare Auflage galt. Wörtlich heißt es darin: „Es ist dafür Sorge zu tragen, dass die Musik nur im unmittelbaren Zuhörerbereich zu hören ist.“ Die Musik war noch in mehreren hundert Metern Entfernung und in anderen Straßen der Altstadt deutlich zu hören. Ebenfalls gab es Auflagen zur Bereitstellung von Müllgefäßen, die aber aufgrund des großen Andrangs nicht ausreichten.

„Die Auflagen zur Begrenzung der Lautstärke wurden offenkundig nicht eingehalten“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. „Weder die Veranstalter noch die Stadtverwaltung haben damit gerechnet, dass die After-Show-Partys einen derart großen Zuspruch erfahren und den Charakter einer Outdoor-Disco annehmen würden.“

Die intensive Bewerbung über soziale Medien hat zu einem deutlich größeren Besucherandrang geführt als erwartet. Die Veranstaltung war bereits im vergangenen Jahr mit vergleichbaren Auflagen genehmigt worden und ohne größere Probleme verlaufen. Auf die diesjährige Entwicklung waren weder die Veranstalter noch die Stadt vorbereitet.

Die Stadt betont, dass die große Beteiligung an den Feiern nach dem Stocherkahnrennen grundsätzlich etwas Positives ist. „Es ist schön, wenn so viele Menschen friedlich und fröhlich miteinander feiern. Solche Veranstaltungen gehören zu Tübingen dazu. Allerdings muss es gelingen, die Interessen der Feiernden und der Anwohner in einen vernünftigen Ausgleich zu bringen. Das ist in diesem Fall nicht gelungen“, sagt OB Palmer.

Die Stadt konnte auf die Entwicklung im weiteren Verlauf des Tages nicht mehr unmittelbar reagieren. Der Kommunale Ordnungs- und Vollzugsdienst war durch das Stocherkahnrennen seit den Morgenstunden stark beansprucht und beendete seinen Einsatz planmäßig um 16.30 Uhr. Danach standen keine Kräfte mehr zur Verfügung, um Beschwerden vor Ort nachzugehen und die Einhaltung der Auflagen zu kontrollieren. Beschwerden aus der Bürgerschaft erreichten im Laufe des Abends auch den Oberbürgermeister unmittelbar. Ohne verfügbare Einsatzkräfte der Stadt war jedoch zunächst kein Handeln möglich. Um 22 Uhr schritt schließlich die Polizei auf Veranlassung der Stadt ein und beendete die Musikbeschallung.

Für das Stocherkahnrennen und die dazugehörigen After-Show-Partys im kommenden Jahr wird die Stadt Konsequenzen ziehen. Es wird sichergestellt, dass auch in den Abendstunden ausreichend Personal des Kommunalen Ordnungs- und Vollzugsdienstes verfügbar ist. Zudem werden strengere Auflagen erteilt. Insbesondere werden ein Pegelbegrenzer sowie eine verbindliche Höchstlautstärke vorgeschrieben. Solche Regelungen sind bei Veranstaltungen mit dem Charakter einer Outdoor-Disco seit langem üblich.

Oberbürgermeister Boris Palmer bittet die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner um Entschuldigung: „Die Lärmbelastung, die Vermüllung der Altstadt und die Versäumnisse bei der Kontrolle der Veranstaltung sind nicht akzeptabel. Ich entschuldige mich bei allen Betroffenen. Wir werden die notwendigen Konsequenzen ziehen und dafür sorgen, dass sich ein solcher Verlauf nicht wiederholt.“

Die Stadtverwaltung wird die Ereignisse gemeinsam mit den Veranstaltern auswerten. Ziel ist, dass die After-Show-Partys auch künftig möglich bleiben, ohne dass Anwohnerinnen und Anwohner unzumutbar belastet werden.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
05.06.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Bad Urach
Dettingen an der Erms
Engstingen
Eningen unter Achalm
Gomadingen
Kategorien
Aus den Rathäusern