Am 7. Juli 2005 schlossen sich die sieben Naturparke Baden-Württembergs, im damaligen Naturpark-Zentrum des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord e. V., zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Ziel der „AG Naturparke Baden-Württemberg“ war es, mit gemeinsamer Stimme mehr Gewicht in Politik und Öffentlichkeit zu gewinnen und sich mit vereinten Kräften für eine vielfältige und nachhaltige Zukunftsgestaltung des ländlichen Raums in Baden-Württemberg einzusetzen.
Exakt 20 Jahre später feierte die AG Naturparke Baden-Württemberg nun ihr Jubiläum. Veranstaltungsort war der Goldbachhof in Bernau. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern sowie langjährigen Weggefährtinnen und -gefährten blickte man auf zwei ereignisreiche Jahrzehnte der Naturpark-Arbeit zurück.
Landrätin Marion Dammann, Sprecherin der AG Naturparke Baden-Württemberg und Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald e. V., nahm gemeinsam mit Landrat Stefan Bär, stellvertretender Sprecher der AG Naturparke Baden-Württemberg und Vorsitzender des Naturparks Obere Donau e.V., die Teilnehmenden mit auf eine Zeitreise und berichtete von den Höhen und Tiefen, den Herausforderungen und einem starkem, gemeinsamem Wachstum.
„2005 waren die sieben Naturparke auf 30 % der Landesfläche vertreten, 2025 sind es bereits über 36 %. Dies zeigt: Naturparke wirken auf der Fläche. Unsere kommunalen Mitglieder profitieren vom jeweiligen Naturpark im ländlichen Raum und tragen aktiv zur nachhaltigen Entwicklung der Naturpark-Regionen bei. Mit Projekten und Initiativen der Naturpark-Mitglieder und der Naturpark-Vereine wie den Blühenden Naturparken, den Naturpark-Märkten, den Naturpark-Schulen oder den Wanderleitsystemen tragen die Naturparke zur Erreichung strategischer Zielsetzungen auf Landes- und Bundesebene bei “, so Dammann.
Heute sind 430 Städte und Gemeinden sowie 37 Stadt- und Landkreise Mitglieder in den sieben Naturpark-Vereinen. Die Projekte der sieben Naturparke sind in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, nachhaltiger Tourismus und Erholung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Regionalentwicklung eingegliedert.
Als Großschutzgebiete haben sich Naturparke der Erhaltung ihrer facettenreichen Kulturlandschaften verschrieben – wichtig ist hierbei der Einklang von Mensch, Fauna und Flora. Die Gestaltung der Naturpark-Projekte ist unmittelbar an die Bedarfe des ländlichen Raums geknüpft: „Die Naturparke sind nah am Menschen dran und für die Menschen in der Region da. Hierfür möchten wir weiterhin qualitätvolle und innovative Projekte bieten. Daher ist die finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg und die Europäische Union für uns sehr wichtig“, so Landrat Stefan Bär, Vorsitzender des Naturparks Obere Donau e. V. und stellvertretender Sprecher der AG Naturparke Baden-Württemberg.
57 ausgezeichnete Naturpark-Partner aus unterschiedlichen Branchen, 33 Trekking-Camps und 56 Naturpark-Märkte im Jahr 2025 tragen ebenso zur nachhaltigen Regionalentwicklung bei wie das Engagement der Blühenden Naturparke oder der Naturpark-Gästeführenden. Auch das Bildungsnetzwerk ist beeindruckend: So wurde erst kürzlich der 50. Naturpark-Kindergarten ausgezeichnet. Anschließend ist den Kindern im Land der Besuch in einer von über 90 Naturpark-Schulen möglich. Grundlage der Naturpark-Bildungsarbeit ist stets die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern vor Ort.
„Die Arbeitsgemeinschaft der sieben Naturparke ist seit 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte, weil es eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit ist, die auf Freiwilligkeit beruht und stets auf Augenhöhe stattfindet. Die spürbar enge Verbundenheit der Naturparke macht sie zu einer gewichtigen Stimme gegenüber der Landespolitik. Ihr Engagement kommt nicht nur dem Land Baden-Württemberg, sondern auch künftigen Generationen zugute. Dazu zählt zum Beispiel die Naturpark-Kochschule, die sich großer Beliebtheit bei Kindern und Familien erfreut. Die mobilen Kochschulbusse der Naturpark-Kochschule verbinden Ernährungsbildung mit Spaß und übernehmen damit eine wichtige Aufgabe. Denn Kinder und Familien werden gemeinsam begeistert, für nachhaltige Ernährung, miteinander Kochen und die Vorzüge frischer, regionaler Lebensmittel aus ökologischer oder extensiver Landwirtschaft“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.
Die Naturpark-Kochschule, 2019 im Naturpark Südschwarzwald entstanden, ist mittlerweile in allen sieben Naturparken des Landes unterwegs und somit ein erfolgreiches Beispiel für die gemeinsame Nutzung von Projekten. 2025 werden die „Küchen auf Rädern“ voraussichtlich insgesamt rund 180 Programme durchführen und dabei ca. 8.000 Kinder und Familien an Naturpark-Schulen und -Kindergärten, bei den Online-Kochabenden oder anderen Veranstaltungsformaten erreichen. Ermöglicht wird dies durch die Förderung mit Mitteln des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
18 Schülerinnen und Schüler der Hans Thoma Grundschule Bernau nahmen am Kochprogramm teil. In Kombination mit einer Weideführung durch den Landwirt des Goldbachhofs, Markus Kaiser, erlebten die Teilnehmenden hautnah, wie Kochen und Genuss mit Landwirtschaft, Weiderindhaltung und Biodiversität zusammenhängen. Die Gäste schauten gespannt zu, wie die kleinen Köchinnen und Köche unter Anleitung des Kochschul-Teams frische Wildkräuter von der Weide verarbeiteten und damit unter anderem würzigen Linsenaufstrich herstellten.