Cäsar, Gismo, Apu und Leithengst Aladin sind neugierig und erwecken Aufmerksamkeit. Spaziergänger in Kirrlach bleiben stehen, wenn sie auf einem großen Grundstück in der Kaigartenallee eine kleine Herde Alpakas sehen. Die vier männlichen Huacaya-Tiere, mit ihrem feinen und gleichmäßig gekräuselten Wollfell, gehören dem Unternehmer Timo Weick und seiner Familie. Der Maschinenbauer und Inhaber der Firma Mega-Wanddruck, die dank neuester Technik zu den Pionieren bei der Bildgestaltung von bis zu vier Meter hohen und fast unbegrenzt breiten Wänden zählt, hat sich vor wenigen Jahren die kamelartigen Tiere aus den südamerikanischen Anden angeschafft. Zunächst zwei Tiere von einem Züchter und danach Vater und Sohn aus einem Tierheim. „Wir haben für ein Alpaka 1.500 Euro bezahlt, während Zuchthengste schon mehr als 20.000 Euro kosten können“, hatte Timo Weick verraten.
„Die Idee zum Kauf solcher Tiere wurde während der Corona-Pandemie geboren“, sagt Melany Weick. Auch, weil die Voraussetzungen auf dem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück optimal sind. „Für ein Alpaka wird eine freie Fläche von mindestens 1.000 m² benötigt und für jedes weitere Tier nochmals 100 Quadratmeter“, bestätigt der Eigentümer. Sein berufliches Talent und das tierische Hobby zeigen sich im Eingangsbereich des 2020 gebauten Wohnhauses. Dort werden Besucher mit einem übergroßen Alpaka-Wandbild von Cäsar empfangen. Die Wiederkäuer sind absolute Kostverächter und fressen ausschließlich Heu und Gras. Auch, weil sie im Unterkiefer Zähne und oben die Kauleiste haben. Deshalb dürfen Spaziergänger weder Äpfel noch andere Lebensmittel über den Zaun werfen, weil die Tiere daran ersticken können. Täglich benötigen sie ein bis zwei Kilo Heu und bekommen noch 50 Gramm Mineralfutter. Ansonsten grasen sie das Gelände ab und ersetzen bei der Familie Weick den Rasenmäher.
Zuhause sind die Alpakas in Peru, wo sie als Woll- und Fleischlieferant geschätzt sind. „Sie liefern die beste Wolle, wobei allerdings die Verarbeitung und Reinigung sehr aufwändig sind“, weiß Timo Weick aus eigener Erfahrung: „Ein Pullover aus Alpaka-Wolle kostet etwa 300 Euro.“ In Deutschland dienen die Herdentiere, die bis zu 20 Jahre alt werden können, beispielsweise zum Schutz von Tierfarmen. „Da hätte der Fuchs beim Hühnerklau keine Chance.“ Was Alpakas überhaupt nicht mögen, sind geschlossene Stalltüren. Als Fluchttiere lassen sie sich nicht einsperren. Auch nicht im Winter, wobei Alpakas Temperaturen bis minus zehn Grad aushalten können. Im Frühjahr werden die Tiere geschoren. „Einmal haben wir die Wolle einem Seifenhersteller gegeben, der uns dafür mit Naturseife entlohnt hatte, die er auf Mittelalter-Märkten zum Kauf anbietet“, ergänzt Melany Weick. Viel Spaß hat die Familie, wenn sie ihre zwischen zwei und fünf Jahre alten Alpakas zum Spaziergang im nahegelegenen Wald ausführen können.