
war Oberschefflenz ein gemischt-religiöses Dorf mit knapp 1.000 Seelen. Augusta Benders Mutter war 39 Jahre alt und hielt den Bauernhof in der heutigen Augusta-Bender-Straße ökonomisch zusammen. Das älteste Kind Martin war schon 22 Jahre alt und studierte in Heidelberg. Der 16-jährige zweite Sohn Emerich machte pubertäre Schwierigkeiten und wanderte 1850 in die USA aus. Augustas große Schwester Sophie war 12 Jahre alt und ihr 9 Jahre älterer Bruder August erbte später das Elternhaus. Ihr siebenjähriger Lieblingsbruder unterstützte sie bei ihren Bildungsbemühungen.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse waren auch in Schefflenz 1846 so zugespitzt, dass sich etliche zwei Jahre später aktiv an der bürgerlichen Revolution 1848 beteiligten. Bei der herrschaftlichen Reaktion darauf verhängte die Strafkommission des Würzburger Bischofs u.a. ein Wirtshausverbot. In dieser Atmosphäre wuchs Augusta Bender auf – und lernte, sich der Fremdbestimmung zu widersetzen. In New York (sie arbeitete 25 Jahre als Lehrerin in den USA) rief sie 1883 auf: „alle Unterdrückten sollten sich unter einer Fahne scharen und als Feldgeschrei das eine Stichwort haben: in tyrannos!“ Dieses Motto gegen jede Gewaltherrschaft aus Friedrich Schillers „Räuber“ hat eine Aktualität, die uns heute zum Handeln aufruft.
Herzliche Einladung ins Literatur-Museum jeden Sonntag 14.00–17.00 Uhr und zusätzlich am 22. März 2026, 11.00 Uhr zum
Frühlingsbrunch.