Unter dem Titel „Die Bauersleute vom Josenhof“ lädt das Museum K15 in der Alten Schmiede am Freitag, 19. Juni, um 19 Uhr zu einer literarischen Zeitreise in den Schwarzwald ein. Siegfried Klausmann liest aus zwei Büchern, die Großvater und Vater über das Leben auf dem Josenhof verfasst haben. Das erste Werk stammt von Matthias Klausmann und schildert sein Leben im 20. Jahrhundert als Biografie voller Anekdoten und persönlicher Schicksale.
Kindheitserinnerungen, alte Bräuche wie das „Säcklestrecken“ und schwere Erlebnisse - darunter der Tod seiner Frau während des Zweiten Weltkriegs - wechseln sich dabei ab. Der tiefe christliche Glaube zieht sich als roter Faden durch alle Lebensabschnitte.
Das zweite Buch stammt von Edwin Klausmann und gründet auf jahrzehntelanger Forschungsarbeit. Es spannt einen Bogen von der Entstehung der Schwarzwaldhöfe im 11. Jahrhundert bis zur ersten urkundlichen Erwähnung des Josenhofs vor rund 600 Jahren. Leibeigenschaft, Frondienst und die harte Arbeit nach dem Ende der Adelsherrschaft Anfang des 19. Jahrhunderts werden darin ebenso beleuchtet wie Zeiten des Wohlstands und des Kinderglücks.
Besonders eindrücklich zeichnet das Werk den gesellschaftlichen Wandel nach: vom Leben in Großfamilien mit Knechten und Mägden hin zu modernen Kleinbetrieben mit zunehmender Technisierung im 20. Jahrhundert. Krankheit, Krieg und Armut gehörten dabei ebenso zum Bauernalltag wie Phasen des Aufbruchs und der Erneuerung.
Siegfried Klausmann, der in Malsch lebt und als Informatiker bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) arbeitet, hat beide Bücher in seinem Eigenverlag veröffentlicht. Mit Lesungen setzt er sich dafür ein, das historische Wissen seiner Vorfahren auch nach deren Tod der Nachwelt zu erhalten.
Neben Textauszügen erwartet die Besucherinnen und Besucher an dem Abend auch Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Bücher und in die Forschungsarbeit dahinter. Weitere Informationen sind unter www.die-bauersleute-vom-josenhof.de abrufbar. (pm/red)

