
53 Jahre lang bestand das Philippsburger Altenwerk St. Maria, das immer wieder mit vielfältigen Aktivitäten auf sich aufmerksam machte. Jetzt wurde zum Jahresende 2025 die Arbeit eingestellt. Dazu Fragen an Renate Roth, die zusammen mit ihrem Ehemann Gilbert an der Spitze stand.
Frage: Warum wird das erfolgreiche Altenwerk aufgelöst?
Renate Roth: Ich bin 84, mein Mann 85 Jahre alt. Gesundheitlich tun sich auch gewisse Probleme auf. Seit 1992 sind wir im Altenwerk aktiv, 2004 haben wir den Vorsitz übernommen. Nachfolger ließen sich trotz intensiver Suche nicht finden. Vielleicht ist doch noch jemand bereit? Bitte melden. Denn nach wie vor bleibt die Aufgabe, die älteren Mitbürger einzubinden. Hier erleben sie Gemeinschaft, Abwechslung, Begegnung, Kommunikation.
Frage: Was ist zur Geschichte des Altenwerks zu sagen?
Renate Roth: Wir blicken mit Stolz auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Denn Philippsburg hat zu den ältesten und besonders regen Altenwerken in der Region gehört, das sich im Laufe der Jahre einen sehr guten Ruf erworben haben. Bis 2018 war das Haus St. Maria unser Domizil, 2018 zogen wir ins Pfarrheim um. Als wir angefangen haben, bestand die Gruppe aus 15 Personen, zuletzt aus über 70.
Frage: Wie sah die Arbeit aus?
Renate Roth: Wir haben uns monatlich getroffen. So gab es verschiedene Kreise und Treffs, auch für Tanz und Gymnastik, für Singen, Basteln und Handarbeiten. Hinzu kamen eine Wandergruppe und eine Fahrradgruppe. Das Programm bereicherten Ausflüge, zweimal im Jahr, und Theaterbesuche, Wallfahrten, Ausstellungen und Filmvorführungen, Frühlingsfeste und Sommerfeste, Weihnachtsfeiern und Faschingsfeiern. Weitere Aktivitäten waren Besinnungstage, Besichtigungen mit ausgefallenen Zielen und Besuchsdienste. Besonders in Erinnerung bleiben der Tag der offenen Tür mit „Großmutters Kaffeestube“ und Themenabende wie „Hochzeiten wie früher“, die „Geschichte des Spargelanbaus“ oder „Unser Dialekt“. Auch haben wir ein begehrtes Backbuch „Weihnachtsbäckerei“ herausgegeben.
Werner Schmidhuber