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Amphibienwanderung Teil 3:

Der Grasfrosch im Porträt Der bisher als ältester bekannter froschähnlicher Lurch lebte vor ungefähr 250 Mio. Jahren während der Unteren...
Foto: Selina Herzog Keilhauer

Der Grasfrosch im Porträt

Der bisher als ältester bekannter froschähnlicher Lurch lebte vor ungefähr 250 Mio. Jahren während der Unteren Triaszeit und zwar in Madagaskar. Seine Nachfahren findet man überall auf der Welt in den unterschiedlichsten Größen und Farben.

Heute schauen wir uns den Grasfrosch etwas genauer an.

Der Grasfrosch ist in großen Teilen Europas anzutreffen und ist von der Iberischen Halbinsel an über Mitteleuropa bis nach Sibirien verbreitet. In Deutschland ist er von der Nord- und Ostseeküste bis in die Alpen geschlossen verbreitet. Mit rund 11 cm Größe bringt dieses Tier ca. 100 g auf die Waage. Bis zu 7 Jahre kann ein Grasfrosch alt werden.

Grasfrösche sind nicht, wie der Name vermuten lässt, grasgrün, sondern die Oberseite ist gelb-, rot- bis schwarzbraun, oft fast ungefleckt oder mit unregelmäßigen schwarzen Flecken.

Namensgebend für dieses Tier ist der Ort, an dem er sich Schutz sucht über die Sommermonate: nämlich im Gras.

Sowohl stehendes als auch fließendes Gewässer wird durch den Grasfrosch besiedelt, allerdings wird stehendes Gewässer bevorzugt.

Auch der Grasfrosch wandert zum Ablaichen an die Gewässer und ist dabei ein echter Langstreckenwanderer. Allerdings wird vermutet, dass die Wanderungen bereits im Herbst vorgenommen werden. Im Gegensatz zur Erdkröte hat der Grasfrosch zwar eine enge Bindung zu seinem eigenen Geburtsgewässer, aber diese ist bei Weitem nicht so ausgeprägt wie die der Erdkröte.

Über den Winter fällt der Grasfrosch in eine Winterstarre, hierfür sucht er sich einen Ort, an dem er von der Kälte geschützt ist. Dies kann unter Steinen und Wurzeln sein, aber auch am Grund eines ruhigen Gewässers.

Grasfrösche haben, wie auch die Erdkröten, drei Bezugspunkte: Laichgewässer, Sommerquartier und Winterquartier.

Früh startet der Grasfrosch in die Paarungszeit. Bereits ab Ende Januar laufen sie, sofern sie dort nicht überwintert haben, zu ihren Laichgewässern. Bei frostfreien Nächten und Temperaturen über 5 Grad kann es schon im Februar zu Verpaarungen kommen. Gelaicht wird dennoch häufig März.

Die Paarungsrufe der Männchen klingen wie ein dumpfes Grunzen, ein Laut dauert 0,25 – 1,5 s lang. Häufig rufen die Männchen im Chor. Das auserwählte Weibchen wird in der Achselgegend umklammert und vorerst nicht mehr losgelassen.

Setzt das Weibchen den Laich (Laichballen) ab, setzt das Männchen darüber seine Samenflüssigkeit ab. Ei und Spermien werden zeitgleich abgesetzt. Die Eier werden im Wasser befruchtet. Ein Laichballen beinhaltet zwischen 700 und 4500 Eier. Diese werden in den vegetationsreichen Flachwasserbereichen abgesetzt. Da das Laichgeschehen sich auf bestimmte Gewässerbereiche konzentriert, kann es vorkommen, dass Ansammlungen von Laichballen von mehreren Quadratmetern Größe entstehen können. Die gallertartige Masse um den Laich schützt die Eier vor Stößen und wärmt. Je nach Temperatur schlüpfen die Kaulquappen nach wenigen Tagen bis Wochen. In diesem Stadium haben die Kaulquappen noch außen liegende Kiemen. Mit diesen können sie Sauerstoff aus dem Wasser ziehen und brauchen nicht zum Atmen auftauchen.

Nach kurzer Zeit wächst über die Kieme eine Hautfalte, ab jetzt sind die Kiemen innen liegend. Mit ihren kleinen Hornzähnchen raspeln die Kaulquappen Algen als Nahrung ab. Auch wenn sich die Hinterbeine entwickelt haben, atmen sie noch durch die Kiemen. In der Zeit, in der die Vorderbeine aus den Kiementaschen bilden, beginnt auch die Lungenatmung, ab jetzt müssen die Tiere öfter auftauchen. Der Ruderschwanz bildet sich allmählich zurück. Aus der Quappe ist ein junger Frosch entstanden. Dieser Vorgang dauert nur acht bis 12 Wochen. Nur ein verschwindend geringer Teil der Kaulquappen schafft es dann letzten Endes durch die Metamorphose bis zum Jungfrosch.

Die Art gilt als "Explosivlaicher", die sich nur für einige Tage oder wenige Wochen im Frühjahr am Laichgewässer aufhält, ehe sie wieder in ihre Sommerlebensräume abwandert.

Zu den Fressfeinden von Amphibien zählen Raumvögel wie z. B. Eulen, aber auch der Waschbär, Marder, Fuchs, Dachs, Wildschwein, Katze, Igel, Ratten, Reiher, Storche und auch einheimische Schlangenarten können zum Verhängnis werden.

Selbst fressen diese Tiere besonders gerne Käfer, Heuschrecken, Spinnen, Asseln und auch Schnecken. Für die Jagd sind sie meistens in der Nacht aktiv.

Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit ist der Grasfrosch einer der hier am häufigsten anzutreffenden Arten, dennoch geht der Bestand weiter zurück.

Erscheinung
Kleiner Odenwald – aktuell
NUSSBAUM+
Ausgabe 23/2026
von Wildpark Schwarzach
04.06.2026
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