Stadtrat Uwe Göbel (CDU) nutzte den Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“, um ein Plädoyer für das Format des „Wahlkreis-Tages“ der „Sorgenden Gemeinschaft“ zu halten. Das Projekt hat nach Ansicht Göbels ein Potenzial, das weit über eine einmalige Veranstaltung hinausgeht.
Rund 50 Teilnehmer hatten sich zuletzt zusammengefunden, um über die brennenden Themen der Kurstadt zu diskutieren. Das Besondere dabei: Durch das Losverfahren kamen Menschen zu Wort, die sich sonst vielleicht eher selten im Rathaus Gehör verschaffen. Göbel betonte, dass die dabei erarbeiteten Ergebnisse ein wertvoller Schatz für die Stadtverwaltung seien. Dabei gehe es keineswegs immer um kostspielige Großprojekte; viele der angeregten Verbesserungen seien vielmehr eine Frage der geschickten Organisation und Koordination. Man müsse nun genau hinschauen, wo Lösungen kurzfristig und pragmatisch umsetzbar sind, um das Vertrauen der Bürger in dieses Format zu rechtfertigen.
Eindringlich warnte der CDU-Stadtrat davor, die Veranstaltung als bloße Alibi-Aktion zu verstehen. Es dürfe keine „Eintagsfliege“ bleiben, so sein Appell an das Gremium und die Verwaltung. Wenn man Bürger mit großem Aufwand einbinde und die Ideen anschließend im Sande verlaufen ließe, sei der Schaden groß. „Dran bleiben“, laute die Devise, um zu verhindern, dass das Engagement der Beteiligten wirkungslos verpufft. Göbel schlug vor, den Austausch in einen festen Rhythmus zu überführen – etwa ein- bis zweimal pro Jahr –, um eine dauerhafte Brücke zwischen Bürgerschaft und Politik zu schlagen.
Bürgermeister Marco Gauger griff den Ball dankend auf und signalisierte volle Unterstützung für die Fortführung des Formats. Er blickte auf eine „tolle Atmosphäre“ und äußerst ergiebige Gespräche zurück. Dass Bad Wildbad mit diesem Konzept auf dem richtigen Weg ist, zeigt auch der Blick von außen: Das Projekt wird vom Sozialministerium bezuschusst, wobei die Kurstadt bei den Teilnehmerzahlen im landesweiten Vergleich regelmäßig Spitzenplätze belegt. Gauger hob hervor, dass die „Sorgende Gemeinschaft“ genau den Raum bietet, den eine moderne Stadtgesellschaft braucht: eine Möglichkeit, sich niederschwellig und ohne große bürokratische Hürden für das direkte Umfeld zu engagieren. (mm)