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Dies und das

Angelbachmetropole Mühlhausen im närrischen Ausnahmezustand

Faschingsumzug mit 23 Gruppen und Wagen aus Mühlhausen und der Region / Hunderte von Schaulustigen säumten die Straßen Mühlhausen – rka – Von...

Faschingsumzug mit 23 Gruppen und Wagen aus Mühlhausen und der Region / Hunderte von Schaulustigen säumten die Straßen

Mühlhausen – rka – Von der Sonne verwöhnt war und im närrischen Ausnahmezustand befand sich am vergangenen Samstag bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen die Angelbachmetropole Mühlhausen. Dicht drängten sich die Schaulustigen zu Hunderten rund um die Strecke des Faschingsumzugs, der unter dem einerseits nachdenklich stimmenden, aber auch heiteren Motto „Friede, Freude, Heiterkeit“ stand. Und sie kamen einmal mehr auf ihre Kosten: Denn der Narrenwurm bot alles, was das Narrenherz höherschlagen lässt: Tolle Motivwagen, die das eine oder andere Geschehen auf die Schippe nahmen, bunte Fuß- und Musikgruppen, die ihren Teil zur großartigen Stimmung beitrugen. Mit im Gepäck hatten die Narren aus dem Angelbachtal nicht nur kiloweise Süßigkeiten, sondern auch reichlich Humor.

Die 23 Gruppen zogen tanzend, lachend, singend, harte und sanfte Drinks verteilend durch das Spalier der Zuschauer. Viele beteiligten sich aktiv am Faschingsumzug, schlüpften als flotte Bienen, große und kleine Zwerge, Schornsteinfeger, Astronauten, Batmans, Engel, Hexen, Teufel oder Notfallmediziner in ein buntes Narrenkostüm und gaben so dem Treiben ein farbenfrohes Gepräge. Vor allem die prächtig kostümierten Fußgruppen, die mit viel Aufwand und Fantasie in alle möglichen Rollen geschlüpft waren, dominierten eindeutig das Geschehen.

Erfreulich viele Fastnachter aus der Rheintal-Region bereicherten mit ihren Motivwagen oder Fußgruppen das Spektakel: Die Korkenknaller aus Nußloch, die mit einer riesengroßen Sektflasche ihr 25-jähriges Bestehen feierten, die „Rusnigel“ aus Waghäusel, die ihrem Wagen ein ganz neues Outfit gegeben hatten. Ein großes Kompliment und ein kräftiges Mü-hoi geht zuallererst an die Verantwortlichen des Umzugs, an die Ortsvereine, die Gruppen und Freizeitclubs, die in mühevoller Kleinarbeit und mit vielen originellen Ideen dieses Spektakel auf die Beine gestellt hatten. Von den kleinen und großen Weltproblemen, von den Alltagsproblemchen bis zum Gemeindegeschehen wurde Heiteres und Kurioses durch die Narrenbrille betrachtet.

An der Spitze des Zuges bestimmte die Freiwillige Feuerwehr, zwar mit Blaulicht, aber ohne Hektik, das Marschtempo. Die musikalische Vorhut bildeten die Fahnenschwinger des Kraichgau Fanfarenzugs, dahinter die Musikanten in ihren Elvis-Presley-Kostümen, die mit ihren Marsch- und Schunkelliedern den Narren am Straßenrand so richtig einheizten. Wer möchte nicht einmal in ihre Rolle schlüpfen? Auf dem Wagen des Kraichgau-Fanfarenzugs thronte hoch oben Rock'n'Roll-König Elvis mit seiner Gitarre und lud zu den verschiedenen Events anlässlich des 70-jährigen Jubiläums ein. Darunter warben die Elvis-Fans mit Würfeln und Spielkarten für Glücksspiele aller Art.

Die Jugendlichen vom Jugendzentrum Rettigheim waren gerade mit ihrer klapprigen Zweipropellermaschine in Madagaskar gelandet und hatten einen Ausflug in den tropischen Regenwald gebucht. Dort tummelten sich zwischen riesigen Bäumen und Kletterpflanzen allerlei Dschungelbewohner, der schnelle Jaguar, das gemütliche Faultier, die lauten Brüllaffen, die riesige Anakondas und die bunten, winzigen Baumfrösche. Die Kinder vor Kindergarten St. Josef spielten auf einer „wilden Wiese“, einem Lebensraum für Gräser, Wildblumen wie Margeriten, Gänseblümchen, Löwenzahn, Klatschmohn und Sonnenblumen. Dazwischen schwirrten Marienkäfer, Bienen und Hummeln von Blüte zu Blüte.

Erfreulich! Tairnbach war gleich doppelt vertreten. Da war zunächst das neue Schulhaus als Modell zu sehen, gestaltet von der Narreninitiative. In großen Buchstaben war die Vorfreude der Schuljugend zu lesen: „Wann isch es denn so weit? Wir Schüler sind dabei!“. „Benders Bienenhaus“ war von vielen fleißigen Bienen umschwirrt, die augenscheinlich Alkohol im Nektar getankt hatten. Ihr Spruch lautete: „Isch die Blüte a besoffe, wird die fünfte Jahreszeit begosse“. „Manege frei für die Kirchenchornarretei“ hieß es dann, als die Clowns und Harlekins vom Kirchenchor mit ihren bunten Kostümen die Narren am Straßenrand mit Süßigkeiten und Getränken begrüßten. Wer weiß schon, dass Quallen seit über 500 Millionen Jahren und selbst die Dinosaurier überlebt haben. Obwohl sie laut Wissenschaft zu 90 Prozent aus Wasser bestehen und weder Herz noch Hirn haben, waren die gewaltigen, aber liebenswürdigen Meerestiere des Angelsportvereins hübsch anzusehen. Das Motto lautete: „Auf Dauer hilft nur Quallenpower“.

Unterwegs in Dienstkleidung waren die „Ermittle“ der KJG, um Sachverhalte aufzuklären und Beweise zu sichern. Ganz unauffällig beobachteten sie das Publikum, notierten alle Auffälligkeiten und sicherten Spuren. „Mach mir bloß keinen Zwergenaufstand“, so sagt der Volksmund. Die Zwerge der Jugendfeuerwehr mit ihren roten Mützen waren eher liebenswürdige Figuren aus den Märchen der Brüder Grimm. Sehr attraktiv gestaltet war die Fußgruppe der FC-Jugend zum Thema „Dschungel“ mit seiner vielfältigen Tierwelt. Der Freizeitclub Asphalt tauchte mit seinem Wagen in die Fabelwelt der Schlümpfe. Die blauen Fabelwesen, die weiße Hosen tragen, tummelten sich unter ihrem pilzförmigen Haus und versorgten die Besucher mit scharfen Sachen.

Unter dem Motto „Land oft the free“ waren die Cowgirls der Kuhschwanz-Angels unterwegs. Entspannt und voller Tatendrang ritten sie auf ihren aufblasbaren Pferden im ständigen Galopp. Bei den „Dancing Queens“, gestaltet von den „Tanzmäusen“ der Kraichgauschule, drehte sich alles um den Glanz der 70er Jahre und die Tanzgruppe ABBA. Ein glitzerndes Oberteil, extrem weite Schlaghosen und Trompetenärmel gehören zum ultimativen Look. Die Longebrigger Kraichgau-Hexen verkörpern die Schönheit des Hässlichen. Typisch ist die markante Hakennase, die vorstehenden Zähne, die Warzen und der grinsende, aber furchteinflößende Ausdruck. Die traditionellen Gewänder bestehen aus einem farbigen Rock, einer Schürze, einer weißen Unterhose mit Spitzenbesatz und einem bunten Kopftuch. Der Hexenbesen aus Reisig ist ein unverzichtbarer Begleiter. Die Rock'n'Roll-Gruppe Rhein-Neckar warb mit dem Slogan „Pump it“ für einen guten Zweck. Die Tanzgruppe der TGL war mit zwei Gruppen beim Umzug unterwegs, zunächst mit der Showtanzgruppe „Im Dschungel“ und mit der Tanzgarde.

Auf dem Parkplatz hinter dem Fanfarenhaus trafen sich die Narren nach einem anstrengenden Marsch durch die Straßen zum gemütlichen Ausklang, um auf den gelungenen Faschingsumzug anzustoßen. Klar: Kürzere Route – längere Nachfeier! Gefeiert wurde auch im Fanfarenhaus, in der Kraichgauhalle beim Kinderfasching des Tischtennisclubs, bei den Schlepperfreunden direkt am Rathaus, bei den Kuhschwanz-Angels in der Bruchsaler Straße sowie in so manchen privaten Hofeinfahrten.

Erscheinung
Gemeinderundschau Mühlhausen
NUSSBAUM+
Ausgabe 07/2026
von Gemeinde Mühlhausen
11.02.2026
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