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Unterhaltsame Aufführung der Mittel- und Oberstufentheater-AG Schon beim Eingang ins Theater an der Halle erwartet einen am Mittwoch- und Donnerstagabend,...

Unterhaltsame Aufführung der Mittel- und Oberstufentheater-AG

Schon beim Eingang ins Theater an der Halle erwartet einen am Mittwoch- und Donnerstagabend, 16. und 17. Juli 2025, die Crew des Luxuskreuzfahrtschiffs. Sie sind es auch, die als Erste auf die Bühne – Pardon, an Bord – kommen und gemeinsam mit Putzfrau Jaqueline, Barkeeper Jo und Schiffsärztin Dr. Johannsson neugierig auf die Passagiere warten. Diese sind zwar höchst unterschiedlich – es gibt ein älteres Ehepaar, das jährlich die Reise unternimmt, ein jüngeres Elternpaar, das sich nicht um ihre Tochter kümmern möchte, und stattdessen Tante und Haushälterin mitnimmt, Jungvermählte, die bereits anderweitig flirten, und Freundinnen, deren Männer für alles zahlen, um sie loszuwerden – aber vor allem sind sie eines: äußerst reich und skurril.

Die Crew hat also schnell alle Hände voll zu tun und muss nebenbei noch ihren wenig kompetenten Kapitän davon abhalten, gar das Steuer zu übernehmen. Denn während er weder weiß, wohin die Reise geht, noch in der Lage ist, eine angemessene Rede zu halten, fühlt er sich doch als Chef im Ring. Dazu häufen sich dann im Verlauf des Abends Diebstähle und sogar eine Leiche soll an Bord geschmuggelt worden sein – allerhand Aufregung für Passagiere, Crew und Publikum also.

In der unterhaltsamen Komödie, deren Text die AG-Leiterin Bettina Michel verfasst hat, gibt es etliche gut platzierte Lacher. So wird der von der Damenwelt bedrängte Kapitän von Tinnitus geplagt – der immer dann auftritt, wenn die Matrosen pfeifend vorbeiziehen. Schon zu Beginn mag man sich über das Taschentuch im Programmheft gewundert haben – bis man dazu aufgefordert wird, dem Schiff und seinen Passagieren beim Ablegen doch bitte tränenreich nachzuwinken. Dieser Bitte kommt das Publikum gern nach. In der ersten Nacht schleicht sich gar das Bettzeug selbst auf die Bühne, bevor es von den Figuren als Darstellungsort benutzt wird. Ab und an schleichen sich auch aktuelle Gags ein. „Alle Mann an Bord!“, ruft der Kapitän lakonisch und wird sofort von Putzfrau Jaqueline melodramatisch gemaßregelt: „Das ist aber gendermäßig nicht in Ordnung!“ Überhaupt hat Jaqueline mit strahlend blauer Perücke, in Einhorn-Puschen und mit Luftballon-Brüsten (die vor der Pause platzen) stets das Publikum auf ihrer Seite. Vollkommen überzogen und gleichzeitig keinen Moment nervtötend spielt Odysseas Tavlas die Rolle so überzeugend, dass man ab und an vergisst, dass Jaqueline eigentlich ein Neuntklässler ist und keine abgehalfterte, auf Trinkgeld geiernde Moralverkommenheit im Leo-Kleid. Sie allein hätte schon gereicht, um das Genre Komödie zu erfüllen.

Aber da gibt es auch die chorisch-sprechenden und dem Kapitän gehörig auf die Nerven fallenden Damen, die ihren wertvollen Schmuck unter allen Umständen sichern müssen; die permanent auf Instagram-postende Psychologin, die sich ach so sehr um die psychische Gesundheit sorgt, dabei aber die Grenze zur Influencerin permanent changiert. Die Crew, die ihren unfähigen Chef etliche Male vor sich selbst bewahrt, und die beiden Matrosen, die verspätet auf dem Schiff eintrudeln, weil sie noch zu lange gefeiert haben. Oder den älteren Herrn mit seinem Dackel, der immer den richtigen Kommentar parat hat. Sie alle werden zuverlässig ins rechte Licht gesetzt durch die Licht- und Tontechnik-AG unter Leitung von Niklas Zimmermann.

So entsteht ein „leichter, unbeschwerter Abend“, wie Schulleiterin Judit Vamosi am Ende resümiert. Besonders hervorgehoben werden die acht Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 2, die sich trotz Abiturstress und Abschlussentscheidungen die Zeit für die vielen Proben und Aufführungen genommen haben. Sie sind bereits seit der Unterstufe fester Bestandteil der Theater-AG und werden auf der Bühne zum Abschluss würdig verabschiedet.

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Ausgabe 30/2025
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