
Referentin Kyra Fischer eröffnete am vergangenen Samstag den Apfelbaumschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins mit einer beruhigenden Botschaft: In den folgenden zwei Kursstunden würde Sie den Teilnehmenden NICHT die besonders aufwendige Oeschberg-Schnittmethode beibringen, die in anderen Regionen Baden-Württembergs sehr beliebt ist. Allerdings wird diese Schnitttechnik vor allem bei Hochstämmen angewendet und diese eignen sich schlichtweg nicht für kleinere Hausgärten, wie sie in unserer Gegend üblich sind. Auch auf der Wiese im Eingangsbereich zum Steinbruch Leferenz, wo unser Kurs stattfand, befinden sich fast nur Halbstämme unterschiedlichen Alters. An einem älteren Baum erläuterte Kyra Fischer, wie ein Obstbaum „aufgebaut“ sein sollte, um möglichst vital zu bleiben und gut zu tragen. Denn dies sei schließlich der Grund, weshalb wir jährlich die Schere ansetzten: Um viele und gut gereifte Früchte ernten zu können. Mit dem richtigen Schnitt zur richtigen Zeit kann man viel erreichen. Ebenso gilt aber auch: Wer den falschen Schnittzeitpunkt wählt und etwa mit unscharfem Werkzeug unpräzise Schnitte setzt, kann dem Baum nicht unerheblich schaden.
Ein Apfelbaum „aus dem Lehrbuch“ besitzt eine klar definierte Spitze als Stammverlängerung. Dazu kommen drei relativ steil wachsende und starke Leitäste, an denen dann die Fruchtäste mit den Äpfeln wachsen. Licht und Luft sind wichtig, damit das Obst gut reifen kann und sich zum Beispiel nach nassen Phasen keine Pilze einnisten. Mit einer „Schneidgiraffe“ und einer Teleskopstielsäge erreicht man bei Halbstämmen auch tatsächlich die höchsten Äste. Wenn auch Muskelkraft und Geschick gefragt sind. Im unteren Baumbereich lässt sich gut mit einer Handsäge oder einer scharfen Bypass-Schere arbeiten.
Nach dieser Einführung ging es dann ans „Eingemachte“, allerdings zunächst am jüngsten der elf Apfelbäume auf der Fläche. Dieser befindet sich noch in der sogenannten Erziehungsphase und musste somit ordentlich „Federn“ oder vielmehr „Holz“ lassen. So konnten wir sicherstellen, dass das Baumgerüst dem oben beschriebenen Aufbau aus Spitze und Leitästen entspricht. Wir werden in den kommenden Jahren prüfen, ob wir die richtigen Schnitte gesetzt haben.
Zum Üben durften die Teilnehmenden dann drei weitere Bäume in Form bringen. Diese waren allesamt bereits älter, und es wurde eifrig diskutiert, welche Äste bleiben sollten und welche entnommen werden könnten.
Die Stimmung im Kurs war sehr gut und als zum Abschluss ein Teilnehmender einen selbstgebackenen Karottenkuchen hervorzauberte, waren sich alle einig, dass sich die „Mühen“ gelohnt hatten. Wir möchten Kyra Fischer für diese anschauliche Lehrstunde danken.
Weitere Informationen zum Obst- und Gartenbauverein finden Sie stets auf unserer Homepage unter www.ogv-dossenheim.de.
Text: Alexa Feuchtenberger
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Die Jahreshauptversammlung findet am Freitag, dem 13. März 2026, um 19.00 Uhr in der Gaststätte Tominac, Dossenheimer Landstr. 151, statt.
Tagesordnung
1. Begrüßung
2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung
3. Totengedenken
4. Bericht des Schriftführers
5. Bericht des Vorsitzenden
6. Bericht der Kassiererin
7. Bericht der Kassenprüferinnen mit Antrag auf Entlastung der Kassiererin
8. Aussprache zu den Berichten
9. Bestellung einer Wahlleiterin bzw. eines Wahlleiters und Antrag auf Entlastung der Vorstandsmitglieder
10. Neuwahl der Vorstandsmitglieder und einer Kassenprüferin bzw. eines Kassenprüfers
11. Verschiedenes
Eingeladen sind alle Mitglieder und auch Freunde des Obst- und Gartenbauvereins mit Angehörigen. Wer eine Fahrgelegenheit braucht, soll bitte ein Vorstandsmitglied ansprechen.
W. Schröder