Damit wird es wohl dieses Jahr – wieder – nichts. Zumindest nicht so, wie es sein sollte. Seinem Ruf wurde der April rein gar nicht gerecht. Im April ist die Winterluft noch präsent, aber auch sommerliche Wärme schleicht sich bereits an. Daraus ergibt sich typischerweise wechselhaftes Wetter. Im April macht das Wetter, was es will. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Dieser April war trocken.
Der April 2026 war sonniger, als wir es von einem durchschnittlichen und launischen April erwarten würden, nachmittags sogar außergewöhnlich, oft warm mit rund 20 Grad und mehr.
Der April war auch in Baden-Württemberg extrem trocken. Bis Ende April fielen im Flächenmittel nur rund 19 mm Niederschlag. Im Vergleich zum typischen Gesamtniederschlag von etwa 78 mm im April entspricht dies einem massiven Defizit. Damit war der Monat deutlich zu trocken, mit Defiziten von 30 % bis 50 % im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten.
Nach einem bereits trockenen Winter (rund 20 % unter dem Durchschnitt) hat sich die Trockenheit im April 2026 weiter verschärft. Im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Mannheim fiel die Regenbilanz sogar noch drastischer aus als im Landesdurchschnitt. Die Region gehört zu den trockensten Ecken Baden-Württembergs.
Im Schnitt fielen in der Region nur etwa 12 bis 14 mm Regen. Das entspricht lediglich ca. 25 % des dort üblichen Solls für den April. Einzelne Messstationen im Umkreis Heidelberg / Mannheim verzeichneten seit Ostern fast gar keinen nennenswerten Niederschlag mehr. Die obersten Bodenschichten sind extremst ausgetrocknet; erste Landwirte mussten bereits Bewässerungssysteme aktivieren. Der Rheinpegel bei Mannheim sank kontinuierlich, liegt aber durch Schmelzwasser aus den Alpen noch im fahrbaren Bereich für die Schifffahrt.
Aufgrund der extremen Trockenheit fällt die aktuelle Ernteprognose für Baden-Württemberg und speziell die Rhein-Neckar-Region sehr verhalten bis kritisch aus. Die fehlenden Niederschläge in der entscheidenden Wachstumsphase belasten die Bestände massiv.
Weizen und Gerste leiden unter dem Wassermangel. Die Bestände bleiben kurz, was die Ertragserwartung bereits jetzt um ca. 10-15 % gegenüber dem Vorjahr senkt. Neu ausgesäte Kulturen wie Mais oder Zuckerrüben keimen ungleichmäßig, da die oberste Bodenschicht (0-10 cm) völlig ausgetrocknet ist.
Für die Erdbeeren startet die Saison zwar früh, erfordert aber einen extrem hohen Bewässerungsaufwand, was die Produktionskosten in die Höhe treibt …
Beim Spargel läuft die Ernte schon auf Hochtouren, profitiert aber von der Wärme. Hier wird mit guten Qualitäten gerechnet, sofern die Felder bewässert werden können. Salat- und Gemüsekulturen im Freiland sind ohne künstliche Beregnung derzeit kaum überlebensfähig. Auch nicht im Hausgarten.
Sollte der Mai nicht zeitnah ergiebige Landregen bringen, drohen bei Getreide und Raps notreife-bedingte Ernteausfälle.
Bewässern hilft – wenn genug Wasser da ist. Ein Teufelskreis.
Günther Heinisch