
Am 7. März 2026 herrschte auf der großen Ausgleichsfläche am Humpelsgraben gegenüber dem Julius Kühn‑Institut in Dossenheim geschäftiges Treiben. Bei strahlendem Sonnenschein folgten die Fachwartinnen und Fachwarte dem Ruf von Kyra Fischer, selbst engagierte Fachwartin und langjähriges Mitglied des Obst‑ und Gartenbauvereins Dossenheim (OGV). Nachdem die Obstbäume auf der Wiese lange Zeit keinen Pflegeschnitt mehr erhalten hatten, war der Einsatz überfällig. Beim Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e. V. (LOGL) kann man in einer ca. einjährigen Ausbildung zum geprüften Obst- und Gartenfachwart bzw. zur -wartin werden.
Schon am Morgen sammelten sich FachwartInnen und OGV‑Helfende, um die teils stark verdichteten Apfel‑, Birn‑ und Speierlingsbäume wieder in Form zu bringen. Geschnitten wurde ausschließlich vom Boden aus: Mit Teleskop-Schneidwerkzeugen arbeiteten die FachwartInnen präzise direkt aus der Fläche heraus und zeigten eindrucksvoll, dass ein sauberer und fachgerechter Schnitt nicht zwingend eine Leiter erfordert. Dadurch konnten sie effizienter arbeiten und gleichzeitig den Helfenden am Boden jederzeit erklären, was sie taten. Ein echter Mehrwert für alle, die sich Tricks vom Profi abschauen wollten.
Wer mochte, erhielt somit Tipps zur idealen Schnittführung, lernten den Unterschied zwischen ableitenden und auslichtenden Schnitten sowie die Bedeutung einer harmonischen Kronenstruktur kennen. Viele nutzten diese Chance, ihr Wissen anhand der live ausgeführten Arbeit zu vertiefen – eine kleine, aber äußerst effektive Praxisschulung.
Parallel sorgte das OGV‑Team in gewohnt tatkräftiger Manier dafür, dass das anfallende Schnittgut rasch gebündelt und in den von der Gemeinde bereitgestellten Container verladen wurde. Dank des guten Zusammenspiels ging die Arbeit zügig voran, und die Fläche zeigte sich im Tagesverlauf zunehmend lichter, durchlässiger und gepflegter.
Ein Highlight war zweifellos die schmackhafte Verpflegung durch Kerstin Krumrey: Krustenbraten mit Kraut in der Semmel, cremiger Spundkäse in einer frischen Laugenstange sowie ein köstlicher Hefezopf zum Nachtisch machten die Mittagspause zu einem Genussmoment, der die Gemeinschaft zusätzlich stärkte.
Am Ende des Tages war viel geschafft, aber ebenso war klar: Die Ausgleichsfläche ist groß, und noch längst nicht alle Bäume sind bearbeitet. Deshalb steht für uns vom OGV bereits fest: Wir freuen uns sehr auf die nächsten gemeinsamen Einsätze mit den FachwartInnen. Die Mischung aus fachlichem Input, guter Stimmung und gemeinschaftlicher Arbeit macht jeden dieser Einsätze wertvoll.
So endete ein arbeitsreicher, lehrreicher und rundum gelungener Tag am Humpelsgraben, der sowohl den Bäumen als auch dem Miteinander gutgetan hat. Zugleich sind wir stolz darauf, einen wertvollen Beitrag zur Pflege der örtlichen Streuobstkultur geleistet zu haben.
Text: Sven Gropp


