21 930 Frauen und Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet
Arbeitslosenquote steigt auf 4,8 Prozent
5 341 offene Arbeitsstellen waren im Bestand gemeldet
Die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Monat gestiegen, und zwar bei nahezu allen Personengruppen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Agenturbezirk Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen um 317 Personen oder 1,5 Prozent auf 21 930 gestiegen. Gegenüber Juli 2024 waren 2 224 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 11,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 4,8 Prozent (Juli 2024: 4,3 Prozent).
„Die aktuellen Zahlen zeigen die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt: mehr Arbeitslose – weniger Arbeitsstellen. Die Arbeitslosigkeit kletterte im Juli sogar auf einen neuen Höchstwert seit dem Coronasommer 2020“, erklärt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen.
„Üblicherweise setzt im Frühjahr der Aufschwung am Arbeitsmarkt ein und die Zahlen gehen zurück. Dieser Effekt ist dieses Jahr aber komplett ausgeblieben. Stattdessen verzeichnen wir seit Jahresbeginn einen stetigen Zuwachs an Arbeitslosen, die besonders aus der Industrie kommen“, so Käppel weiter. Andere Branchen haben dagegen eine andere Herausforderung: Sie suchen Personal. „Auch bei einem angespannten Arbeitsmarkt gibt es Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz, aber eventuell eben in einer anderen Branche. Chancen erkennen, Chancen nutzen: Beispielsweise in der Pflege, dem Gesundheitswesen, im Handwerk oder der Gastronomie werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.“
Betrieben, die Personal einstellen möchten, rät sie, alle Potenziale in den Blick zu nehmen: Quereinsteiger mit viel Berufs-Knowhow, frisch ausgebildete Fachkräfte, die noch keine oder wenig Berufserfahrung haben, und auch Absolventen von Fachpraktikerausbildungen. Im Vergleich zu Vollausbildungen sind dies Ausbildungen mit einem reduzierten Theorie- und Praxisanteil. Die Agentur für Arbeit unterstützt mit der Förderung dieser Ausbildungen Jugendliche, die nicht so stark in der Schule sind, um ihnen gute Startmöglichkeiten für den Arbeitsmarkt zu geben und so auch Fachkräfte auszubilden.
Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 10 011 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.
11 919 Personen waren in der Grundsicherung, die Bürgergeld heißt, gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.
Geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden seit dem 1. Juni 2022 von den Jobcentern betreut und fließen seitdem sukzessive in die Arbeitslosenstatistik ein. Im Juli waren 2 024 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen
Landkreis Esslingen
Im Landkreis Esslingen waren im Juli insgesamt 14 207 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 214 Personen oder 1,5 Prozent mehr als im Juni, und
1 692 (plus 13,5 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent (Esslingen: 4,9 Prozent; Kirchheim: 4,4 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,0 Prozent und Nürtingen: 4,3 Prozent).
Im Juli 2024 lag sie bei 4,0 Prozent.
Landkreis Göppingen
Im Landkreis Göppingen waren im Juli insgesamt 7 723 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 103 Personen mehr (plus 1,4 Prozent) als im Juni, und 532 (plus 7,4 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 5,2 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 5,5 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 4,9 Prozent.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen
Im Juli waren 378 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 16 Personen oder 4,4 Prozent mehr als vor einem Monat, und 14 Personen oder 3,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 2 004 Arbeitslose, 93 Personen oder 4,9 Prozent mehr als im Vormonat, und 164 Personen oder 8,9 Prozent mehr als im Juli 2024.
Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen hat im Vergleich zu Juni um 123 Personen (plus 1,6 Prozent) auf 7 866 Personen zugenommen. Das waren 970 Personen (plus 14,1 Prozent) mehr als im Juli 2024.
5 994 Menschen waren im Juli seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 55 Personen (plus 0,9 Prozent) mehr als im Vormonat, und 651 (plus 12,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist um zehn Personen oder 1,1 Prozent gesunken und lag jetzt bei 924 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 87 schwerbehinderte Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 10,4 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Sprachkursen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um neun Personen gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juli bei 27 269 Personen. Das waren 765 (plus 2,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Angebot an Arbeitsstellen
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im Juli 5 341 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet (Stellenbestand insgesamt). Das sind 20 (minus 0,4 Prozent) weniger als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 722 Stellen (minus 11,9 Prozent) weniger.
Insgesamt wurden im Juli 1 296 Stellen neu gemeldet. Das waren 69 (plus 5,6 Prozent) mehr als im Juni, aber 218 (minus 14,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
(kein neuer Datenstand)
Zum Stichtag 31.12.2024 belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk auf 314 914 Arbeitnehmer. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 900 oder 0,3 Prozent.
Ausbildungsstellenmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden 5 544 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 183 oder 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen sind mit 3 721 als Zwischenstand 1,4 Prozent höher als im Vorjahr, das sind 51 Personen.
Landkreis Esslingen:
Im Landkreis Esslingen meldeten sich 2 384 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle, 140 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent. Zugleich gab es 3 810 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 354 oder 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Landkreis Göppingen:
Im Landkreis Göppingen meldeten sich 1 337 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle, 89 weniger als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Minus von 6,2 Prozent. Zugleich gab es 1 734 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 171 oder 9,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
„Zum Start der Schulferien haben die meisten Schülerinnen und Schüler den Wunsch, auszuspannen und erstmal nicht lernen zu müssen. Das verstehe ich. Wer allerdings dieses oder auch nächstes Jahr die Schule abschließt, kann die Sommerferien gut für ein Praktikum nutzen oder sich bei der Berufsberatung beraten lassen, wie es nach der Schule beruflich weitergehen kann. Die Berufsberatung ist auch in den Sommerferien da“, sagt Käppel.
Termine für eine berufliche Beratung können unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 00 vereinbart werden.