
Friedhelm (Helmut Göring) hat drei Probleme: seinen ersten Bruder, seinen zweiten Bruder und seine Schwester. Alle Drei hat er bisher erfolgreich vor seiner neuen Liebe Doris (Helga Kärcher) versteckt. Doch jetzt bahnt sich eine unausweichliche erste Begegnung voller chaotischer und lustiger Überraschungen an.
Das an sich ist auch nicht überraschend. Denn die Auemer Bühn, die Theatergruppe des Gesangverein 1872 Durlach Aue e.V., spielt auch im 51. Jahr ihres Bestehens wieder eine, rabenschwarze, Komödie. „Für d’Familie kann man nix“ heißt das Mundartstück von Hans Schimmel.
Gegründet wurde die Theatergruppe des Gesangvereins Aue 1975 von Irene Jaudes. „Zuerst haben wir bei den Weihnachtsfeiern Sketche gespielt, dann Einakter“, erinnert sie sich. „Es gab immer was zu lachen.“ Erfolg war ihnen von Anfang an beschieden. 1999 gab sich das Ensemble den Namen „Auemer Bühn“ und organisierte sich so, dass nun ein größeres Publikum unterhalten werden konnte. Entstanden ist das Spektakel in diesem Jahr wieder unter der Leitung von Theaterleiter Rainer Jaudes. „Wir sind so gut wie komplett ausverkauft“, freut er sich. 15 Aufführungen gibt es, jeweils 140 Personen finden Platz.
Zur Familie auf der Bühne gehört Friedhelms Bruder Hubbi (Philipp Houtmann). Er ist ein genialer Erfinder, auch wenn das Publikum der Gedanke beschleicht, dass die Erfindungen zwar genial, jedoch nicht die seinen sind: Taschenlampe, Kochlöffel, Rollator… Auch Bruder Willi (Erhard Kleyer / Michael Grau) ist hochbegabt – als erfolgreicher Computer-Hacker greift er weltweit in die politischen Geschehnisse ein. Die Umstände zwingen ihn jedoch, nun als Leichenwagenfahrer sein Geld zu verdienen. Dumm aber auch, dass Friedhelms Freund Gerd (Christian Houtmann) beim Verfassungsschutz arbeitet und so allerlei Wissen um dies und jenes mitbringt. Ob ihm das bei Finanzbeamtin Traudel (Andrea Pfeifer), die keinen Alkohol verträgt, etwas nützt? Sie trinkt natürlich aus Versehen Wein, und Gerd wird, sozusagen hautnah, mit den Auswirkungen konfrontiert.
Friedhelms Schwester Hermine (Anne Hardy) ist gerade aus der weiten Welt der Esoterik, in diesem Fall aus Indien, zurückgekommen. Dort hat sie bei einem Guru ihre Aura aufgebaut, die im Wesentlichen, so bedauern ihre Brüder, darauf beruht, dass sie sich nicht mehr wäscht.
Darüber freuen sich auch die anderen Beteiligten nicht. Nachbar Gerhard (David Vitt) landet unversehens in einer von Hermines Séancen, „Se-An-Ze“, wie sie sagt, bei der es um das Liebesglück ihrer Freundin Gundula (Kira Houtmann) geht.
Und da ist da noch einer. Leiche Albert (Michael Endle) muss leider vorübergehend aus dem defekten Leichenwagen entfernt werden, und Willi fällt nichts anderes ein, als ihn auf dem Familiensofa zwischenzulagern. Ob er nun tot oder lebendig ist, hängt hier nur vom Blick der Einzelnen ab. Alles in allem schafft es das Ensemble der Auemer Bühn auch dieses Jahr, mit großem schauspielerischen Talent, viel Liebe zur Darstellung und originellen Inszenierungsideen einen schönen, lustigen, unterhaltsamen Abend zu gestalten. Sehr toll! (rist)
Info
www.auemerbuehn.de
„Für d’Familie kann man nix“, bis 25. April 2026
Eintritt: 12 Euro
Gesangverein 1872 Durlach Aue e.V., Sängerheim, Ellmendinger Str. 4, 76227 Karlsruhe
Schauspieler*innen 2026:
Michael Endle, Helmut Göring, Anne Hardy, Michael Grau, Christian Houtmann, Kira Houtmann, Philipp Houtmann, Helga Kärcher, Erhard Kleyer, Andrea Pfeifer, David Vitt
Helfer*innen/Organisator*innen 2026:
Silvia Christen-Schäfer, Angelika Endle, Irene Jaudes, Heinz Jaudes, Rainer Jaudes, Kathrin Gesell, Petra Houtmann, Edith Kleyer, Steffen Pfeiffer


