
Vor 200 Jahren starb der Dichter und Theologe Johann Peter Hebel in Schwetzingen
Er war ein Multitalent: Johann Peter Hebel war Dichter, evangelischer Theologe und Lehrer. Seine literarischen Werke seien auch heute „nicht verstaubt“, sondern lebhaft – „die Texte springen einen fast bildlich an“, man sehe beim Lesen förmlich die Bilder, schwärmen Sabine Grimm, Kunstlehrerin am Schwetzinger Hebel-Gymnasium, und Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen bei einem Rundgang über den Hebel-Pfad, den man zum 200. Todestag von Johann Peter Hebel eingerichtet hat. Hebel, der in Schwetzingen starb, war ein großer Bewunderer des Schlossgartens. Nun erfährt man auf sechs Stationen fast alles über diesen Tausendsassa.
Neun Bücher hat der Mann aus dem südbadischen Hausen im Wiesental veröffentlicht. Schriftstellerischen Erfolg hatte er zum Beispiel mit dem „Rheinischen Hausfreund“, viel beachtete Kalendergeschichten über mehrere Jahrgänge. Sein „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“ wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und 70 mal verlegt. Der immer noch aktuelle Sinnspruch: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ komme Hebels Lebenseinstellung entgegen, wonach man den richtigen Moment erkennen sollte, wo Schweigen angebracht ist. Der Spruch ist auch in der Gartenmoschee des Schwetzinger Schlossgartens erhalten: Er steht in arabischer Schrift und deutscher Übersetzung im Säulengang.
Schwetzingen hat mit den Info-Stationen in der Innenstadt Hebels Leben und seinen Bezug zu Schwetzingen sichtbar gemacht. Der Pfad führt vom Palais Hirsch, dem damaligen Gasthof Hirsch, wo Hebel ebenfalls übernachtete, zum Pigageplatz, dem Amtsgericht, zur Stadtbibliothek in der Kronenstraße, zur letzten Ruhestädte an der Hildastraße und schließlich zur evangelischen Stadtkirche in den Kleinen Planken. Im Juni ist eine Aktionswoche zu Johann Peter Hebel geplant.
Beim Start des Pfads kamen jetzt die Akteure des Hebel-Pfads zusammen: Kulturreferentin Dr. Barbara Gilsdorf, der die Gesamtkoordination und Erstellung der Texte oblag, der Kunstpädagogin im Hebel Gymnasium, Sabine Grimm, die für Logo und Motiverstellung der Fotografien verantwortlich zeichnete und dem Grafiker Klaus-Peter Deimann, der die Gestaltung der Info-Tafeln übernahm, trafen sich mit der Ersten Bürgermeisterin Lisa Schlüter zum ersten Rundgang „auf den Spuren von Johann Peter Hebel in Schwetzingen“. (rk/red)
Den digitalen Rundgang und die Veranstaltungen zum Gedenken Johann Peter Hebels gibt es unter: www.visit-schwetzingen.de. Im Rahmen des Hebel-Gedenkens (19. bis 27. September) wird der Dichter, Theologe und Pädagoge im öffentlichen Raum neu sichtbar und erfahrbar gemacht.


