Nussbaum-Logo
Kultur

Auf nach Birlenbach!

Zehn Kilometer südwestlich von Wissembourg liegt die Doppelgemeinde Drachenbronn-Birlenbach. Seit mehr als 700 Jahren gehören die beiden Straßendörfer...
Vor dem Anwesen AmolschFoto: H&MV

Zehn Kilometer südwestlich von Wissembourg liegt die Doppelgemeinde Drachenbronn-Birlenbach. Seit mehr als 700 Jahren gehören die beiden Straßendörfer zusammen, bereits 1298 wurden sie erstmals schriftlich erwähnt als Besitz der Herren von Ribeaupierre (Rappoltstein). Die Siedlung ist allerdings deutlich älter. Funde aus römischer Zeit belegen dies.

In Birlenbach entstand ein erstes Schloss, das im Jahr 1619 durch die so gen. Catharinenburg ersetzt wurde. Johann Casimir, Graf von Deux-Ponts, hatte sie für seine Gattin Catharina, eine Tochter des schwedischen Königs erbauen lassen. Geplant war, ein schwedisches Fürstentum zu errichten. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde das Gebiet allerdings Frankreich zugeschlagen, die Catharinenburg aufgegeben und dem Erdboden gleichgemacht. Besondere Bedeutung erhielt der Ort im 20. Jahrhundert beim Bau der Maginot-Linie und eines Luftwaffenstützpunktes.

Seine „Burg“ hat Hans Amolsch vor vielen Jahren in Birlenbach gefunden. Er erwarb ein Fachwerkhaus in der „Grand Rue“, der Hauptstraße, zu dem ein großer Garten mit vielen verschiedenen Rosenstöcken, mit Bäumen und anderen Pflanzen gehört.

Eines der Markenzeichen des Elsass ist zweifellos die Architektur seiner traditionellen Fachwerkhäuser. Während sie im Süden, um Ribeauvillé und Riquewihr farbig, bunt mit ausgemalten Ausfachungen erscheinen, sind die Ausfachungen im Norden, im so gen. Grünen Elsass, weiß, kalksteinfarben gehalten. Daraus resultiert die Bezeichnung „weiße Dörfer“. In ihnen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, und man würde fast erwarten, einer schönen Elsässerin mit ihrer traditionellen Tracht und dem besonderen Kopfschmuck an einer Straßenecke zu begegnen.

Auch bei Hans Amolsch und Lisa Krautheim scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Tische sind gedeckt mit altem Porzellan, mit Kerzenleuchtern und historischen Utensilien. Bilder zieren die Wände und umrahmen Türen, Fenster und Kachelöfen. Und im Garten mit vielen Rosen betrachten Statuen, puttengleich, die Besucher, die diesmal aus Blankenloch kamen. Mehr als 30 Personen hatten sich auf den Weg gemacht, um Birlenbach zu besuchen.

Auf dem Programm stand auch die Ferme-Auberge du Moulin des 7 Fontaines, in die Hans Amolsch eingeladen hatte, und wo leckere Quiche Lorraine zu echtem Elsässer Wein serviert wurde, die alte „Ehlmiehl“ (Ölmühle) und der Bibelgarten mit vielen Kräutern und einer Nachbildung der Catharinenburg. Den Abschluss bildeten Kaffee und Kuchen, Kuchen, den einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigens gebacken und mitgebracht hatten.

Alle waren begeistert von einem besonderen Ausflug bei strahlendem Sonnenschein und dankten Hans Amolsch und Lisa Krautheim aufs Herzlichste. „Wir kommen wieder“ versprachen sie, nächstes Mal allerdings etwas später, wenn die Rosen in voller Blüte stehen.

Erscheinung
exklusiv online
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Stutensee
Kategorien
Kultur
Passende Themenseiten
Arbeitstitel: BW verbindet
Feste, Märkte & Traditionen
Feste, Märkte & Traditionen
Freizeit & Unterhaltung
Freizeit & Unterhaltung