Am 1. Mai lud der Arbeitskreis Heimatmuseum gemeinsam mit dem TV Germania zu einer besonderen Wanderung ein: Unter dem Motto „Auf den Spuren der Römer“ führte der Archäologe Stefan Ardeleanu mehr als 100 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die historische Landschaft rund um Wiesenbach. Die Route begann am Rathaus und führte über den Todtenkopf-Parkplatz in den Herrenwald, wo Überreste einer römischen Straße besichtigt wurden. Weiter ging es zu bedeutenden Fundstellen, darunter die villae rusticae im Hirschhag. Die Wanderung verband auf gelungene Weise Naturerlebnis und archäologische Wissensvermittlung und erwies sich als generationenübergreifendes Angebot, das sowohl junge als auch ältere Teilnehmende begeisterte.
Während der gesamten Strecke bestand die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre an den Experten Fragen zu stellen. Dabei wurden auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich vermittelt: Mithilfe moderner Laserscan-Bilder konnten bislang unbekannte Abzweigungen des römischen Straßensystems aufgezeigt werden. Diese verdeutlichen, wie strategisch die Wiesenbacher Siedlungsstellen mit wichtigen Verkehrsachsen am Rhein und entlang des Limes verbunden waren. Ziel der Wanderung war die villa rustica im Hirschhag, die mit einer Fläche von rund 1,3 Hektar als größte bekannte Anlage im gesamten Elsenztal gilt. Themen entlang der Strecke waren zudem römische Bodendenkmale, konkrete Fundstücke sowie die Geschichte der Ausgrabungen in der Region. Besonders eindrucksvoll war dabei die Vermittlung archäologischer Erkenntnisse direkt vor Ort.
Positiv aufgenommen wurde auch die gute Zugänglichkeit der Fundstellen. Kürzlich freigeschnittene Wege, ermöglicht durch die Zusammenarbeit von Forst und Bauhof, erleichterten die Besichtigung erheblich. Diese Maßnahmen sind Teil eines neuen Schutzkonzepts, das 2026 in enger Abstimmung zwischen Denkmalamt, Archäologen, dem Arbeitskreis und den zuständigen Stellen der Gemeinde initiiert wurde und künftig weitergeführt werden soll.
Aufgrund des großen Interesses und der positiven Resonanz planen die Veranstalter, künftig weitere archäologische Angebote für unterschiedliche Altersgruppen zu organisieren. Die Maiwanderung hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig Geschichte vor Ort vermittelt werden kann und wie groß das Interesse der Bevölkerung an ihrem kulturellen Erbe ist.


