Sitzung am 20.05.2026
Gemeindeverwaltungsverband Althengstett (GVV);
Übertragung der Erledigungsaufgabe „Informationstechnologie“ (IT)
Der Gemeinderat hat sich mit der künftigen Organisation der IT in den vier Verbandsgemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands Althengstett (GVV) befasst. Hintergrund ist der in der Mitte der Verbandsversammlung bereits mehrfach geäußerte Wunsch, weitere Aufgaben auf den GVV zu übertragen. In einem Workshop des GVV am 15. April 2026 wurde dabei die Zusammenführung der IT aller Verbandsgemeinden als vorrangiges Thema herausgearbeitet.
Die fortschreitende Digitalisierung stellt auch kleinere Kommunen vor immer größere Herausforderungen. Anforderungen an IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit, Datenschutz, Wartung und Weiterentwicklung nehmen stetig zu. Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben wie das Onlinezugangsgesetz (OZG), die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie steigende Risiken durch Cyberangriffe.
In Althengstett ist seit dem 1. August 2023 ein eigener IT-Mitarbeiter beschäftigt, der bereits zahlreiche wichtige digitale Verbesserungen in der Verwaltung, den Kindertagesstätten und weiteren Außenstellen umgesetzt hat. In den übrigen Verbandsgemeinden Gechingen, Ostelsheim und Simmozheim werden die IT-Dienstleistungen bislang noch durch einen externen freiberuflichen Dienstleister erbracht. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Aufgaben stößt dieses Modell jedoch immer mehr an seine Grenzen.
Aus Sicht der Verwaltung liegen die Herausforderungen insbesondere in der wachsenden Komplexität moderner Fachverfahren und E-Government-Anwendungen, in steigenden Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz, in der Sicherstellung eines zuverlässigen Supports sowie im allgemeinen Fachkräftemangel.
Vor diesem Hintergrund soll gemeinsam mit den anderen Verbandsgemeinden ein Konzept für eine gemeinsame IT-Organisation erarbeitet werden. Ziel ist es, Ressourcen zu bündeln, Synergieeffekte zu nutzen, die Qualität und Sicherheit der IT-Dienstleistungen zu verbessern und die Gemeinden zukunftssicher aufzustellen. Darüber hinaus soll der bestehende IT-Mitarbeiter der Gemeinde Althengstett künftig nicht nur eine Vertretung im Abwesenheitsfall erhalten, sondern auch einen fachlichen Sparringspartner in einer gemeinsamen Organisation.
Im Sachvortrag wurde betont, dass eine gemeinsame IT langfristig nur mit einer einheitlichen Infrastruktur erfolgreich arbeiten kann. Die dafür notwendigen vorbereitenden Arbeiten seien in allen Verbandsgemeinden im Wesentlichen gleich; Unterschiede ergäben sich vor allem durch die jeweilige Anzahl der Anwenderinnen und Anwender.
In der Aussprache wurde befürwortet, die IT künftig im GVV zu bündeln und dabei das bisher in Althengstett erfolgreich praktizierte Vorgehen als Grundlage weiterzuverfolgen.
Wichtig ist dabei jedoch: Bevor der Prozess von Althengstett aus angestoßen werden kann, müssen zunächst die Gemeinderäte aller vier Verbandsgemeinden der Übertragung dieser Aufgabe auf den Gemeindeverwaltungsverband zustimmen. Erst auf dieser Grundlage kann die weitere konzeptionelle Ausarbeitung und Beratung in der Verbandsversammlung des GVV erfolgen.
Beschlossen wurde, die Verwaltung zu beauftragen, gemeinsam mit den anderen Verbandsgemeinden ein Konzept für eine gemeinsame IT-Organisation zu erarbeiten und dieses der Verbandsversammlung des GVV zur weiteren Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Zudem soll die Übernahme des bestehenden IT-Mitarbeiters der Gemeinde Althengstett in den Gemeindeverwaltungsverband erst dann erfolgen, wenn eine geeignete weitere Person für die Mitarbeit in der gemeinsamen IT-Organisation gefunden wurde.